zur vorherigen Seite Startseite
|
|
|
|
|
|
| Aufgaben | Struktur | Berichte | Veranstaltungen | Links | Kontakte |
Der Vorstand der AG kam am 29. Oktober 2008 im Pfarrhaus der Stadtpfarrkirche in Lu-therstadt Wittenberg zusammen. Es ist das älteste evangelische Pfarrhaus der Welt. Erster protestantischer Pfarrer war hier Johannes Bugenhagen, der Doctor Pomeranus. Als Gast nahm an dieser Vorstandssitzung Dr. Insa Christiane Hennen teil, die als Denkmal-pflegerin und Kunsthistorikerin die Sanierung des heute als Bugenhagenhaus bezeichneten Gebäudes geleitet hat.
Auf dieser Vorstandssitzung erklärte Kirchenrat i.R. Dr. Norbert Buske, daß er aus Altersgründen den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft niederlegt. Er bat seinen ersten Stellvertreter, Haik Thomas Porada, die Geschäfte als amtierender Vorsitzender bis zur nächsten regulären Mitgliederversammlung zu führen.
An dieser Stelle soll das Wirken des langjährigen Vorsitzenden der AG, Dr. Norbert Buske, gewürdigt werden. Da die Gründung eines kirchen- oder landesgeschichtlich orientierten Vereins in der DDR unmöglich war, nutzte ein kleiner Kreis die Möglichkeiten, die sich innerhalb des Konsistoriums der Greifswalder Landeskirche boten. Diese hatte 1968 zwar den Bezug auf Pommern in ihrem Namen aufgeben müssen, konnte aber das Gedenken an die 200. Wiederkehr des Geburtstages von Ernst Moritz Arndt 1969 nutzen, um eine Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte zu gründen. Zu diesem Kreis gehörte von Anfang an Norbert Buske, der schließlich 1982 als Nachfolger von Günther Ott die Leitung der AG übernahm. 1936 in Demmin geboren, wurde er nach seinem Studium an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin 1970 mit einer Arbeit über das Wallfahrtswesen im spätmittelalterlichen Pommern von der Theologischen Fakultät der Greifswalder Universität promoviert. Bis zu seinem Ruhestand 2001 war Norbert Buske Pfarrer des Kirchspiels Levenhagen bei Greifswald. Seit 1973 gehörte er der Landessynode der Landeskirche Greifswald, die seit 1990 den Namen Pommersche Evangelische Kirche führt, an. 1982 wurde ihm der Lehrauftrag für Territorialkirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald übertragen. Über mehrere Jahrzehnte war er im Kreis Greifswald, später dann im Landkreis Ostvorpommern kommunalpolitisch tätig, zuletzt als Kreistagspräsident. Er gehörte dem ersten frei gewählten Landtag von Mecklenburg-Vorpommern an. In dieser Legislaturperiode war er maßgeblich an der Schaffung der verfassungs- und rechtspolitischen Grundlagen dieses Landes beteiligt. Von 1995 bis 1999 war er im Range eines Kirchenrats Beauftragter der Pommerschen Evangelischen Kirche und wenig später auch der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs bei Parlament und Landesregie-rung von Mecklenburg-Vorpommern. Von 1997 bis 2001 war er Mitglied der Arbeitsgruppe für Europafragen bei der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er gehörte seit 1990 den Vorständen der Historischen Kommission für Pommern (bis 2005) und der Gesellschaft für pommersche Geschichte Altertumskunde und Kunst an. In den zurückliegenden Jahrzehnten hat Norbert Buske eine große Zahl von Monographien und Aufsätzen zur pommerschen Kirchen-, Kunst- und Landesgeschichte veröffentlicht, die meisten davon im Auftrag der AG, die sich 1995 die Rechtsform eines eingetragenen Vereins gegeben hat.
Norbert Buske hat eine große Opferbereitschaft an den Tag gelegt, die über vier Jahrzehnte ganz wesentlich ein fruchtbares Wirken der AG zu Nutz und Frommen der pommerschen Kirche ermöglichte. Es waren nicht nur Dutzende Publikationen, die er für die AG im Laufe der Jahre herausgegeben hatte, und die ganz wesentlich die Außenwahrnehmung Pommerns im großen Konzert der landes- und kirchengeschichtlichen Vereine bestimmte, sondern es sind insbesondere auch die Jahrestagungen, Exkursionen, Vortragsveranstaltungen und Ausstellungen, die er mit einem enormen Kraft- und Zeitaufwand organisiert hat. Auch in seinen zahlreichen politischen Funktionen hatte Norbert Buske das Wohl der pommerschen Kirche sowie die Perspektiven landes- und kirchengeschichtlicher Forschung und vor allem auch der Vermittlung ihrer Ergebnisse an eine breite Öffentlichkeit immer vor Augen. An dieser Stelle sei nur an den Güstrower Staatskirchenvertrag von 1995 erinnert, der die Handlungsspielräume auch der pommerschen Kirche für die Zukunft sicherte.
In den zurückliegenden zehn Jahren war es eines der maßgeblichen Anliegen von Norbert Buske, daß der Vorstand der AG spürbar verjüngt und in fachlicher Hinsicht auf eine breitere Basis gestellt wurde. Darin können die Mitglieder und Freunde dieses Vereins einen der Garanten dafür erkennen, daß die Arbeit auch mit frischen Kräften fortgesetzt werden kann. Gleichzeitig profitieren die jüngeren Vorstandsmitglieder und Kuratoren von den Erfahrungen der älteren.
Norbert Buske wird dem Vorstand weiterhin als Beisitzer angehören. Darüber hinaus hat er sich auf Bitten des amtierenden Vorsitzenden bereit erklärt, die renommierte Schriftenreihe der AG, die „Beiträge zur pommerschen Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte“, die im Thomas Helms Verlag in Schwerin erscheint, auch in Zukunft herauszugeben.
Am 29. August 2009 fand in der Dorfkirche von Carmzow im Kirchspiel Schönfeld in der Uckermark die Mitgliederversammlung der AG statt, auf der ein neuer Vorsitzender und sein erster Stellvertreter sowie eine neue Kassenprüferin gewählt wurden. Die übrigen Vorstandsmitglieder sowie die Kuratoren bleiben im Amt. Sie waren auf der letzten Mit-gliederversammlung in Steinhagen 2007 für vier Jahre gewählt worden.
Im Namen des Vorstandes unterbreitete der amtierende Vorsitzende der Mitgliederversammlung in Carmzow für die Wahl eines neuen Vorsitzenden und ersten Stellvertreters folgenden Vorschlag: Der Vorsitzende der AG sollte vor Ort in Vorpommern und gut in die Strukturen der Landeskirche eingebunden sein. Als besonders wichtig wird neben einem ausgeprägten Interesse an pommerscher Kirchengeschichte eine solide theologische Ausbildung für die Leitung der AG angesehen. Unter dem Eindruck der geplanten Fusion zur Nordkirche sollte die pommersche Identität, insbesondere auch im Hinblick auf das hinterpommersche Erbe, und der Schutz von kirchlichem Kunst- und Kulturgut besonders herausgestellt werden. Unter diesen Prämissen wird OKR Dr. Christoph Ehricht, Greifswald, für das Amt des Vorsitzenden vorgeschlagen. Mit ihm ist die enge Verbindung zur Landeskirche und später zur Nordkirche gewährleistet. Haik Porada steht wieder als erster Stellvertreter zur Verfügung. Prof. Dr. Jürgen Petersohn, Würzburg, ist bis zur Neuwahl des Vorstandes 2011 bereit, weiter als zweiter Stellvertreter zu fungieren.
Christoph Ehricht wurde 1950 geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1968 bis 1973 Theologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald, im Anschluß daran war er vier Jahre als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl von Prof. Dr. Ernst Kähler tätig. 1978 wurde er promoviert. In dieser Zeit übernahm er die Pfarrstelle in Gützkow, unterrichtete daneben im Fach Kirchengeschichte am Seminar für Kirchlichen Dienst und an der Kirchenmusikschule. Seit 1984 ist er theologisches Mitglied des Kollegiums des Konsistoriums. Von 1999 bis 2002 war er als Propst in St. Petersburg tätig, ehe er 2002 zum Landespfarrer für Diakonie und außerdem seit 2006 als theologischer Dezernent im Konsistorium der Pommerschen Evangelischen Kirche berufen wurde. Christoph Ehricht ist verheiratet, hat zwei Kinder und drei Enkel.
Ihm sind die traditionell enge Anbindung der AG an die kirchenleitende Ebene sowie der Ausbau der Kontakte zu den drei evangelischen Gemeinden in Hinterpommern, in Stettin, Köslin und Stolp, ein besonderes Anliegen. Es herrscht Konsens darüber, daß die künftige Vorstandsarbeit nach inhaltlichen Kriterien auf mehrere Schultern verteilt wird, nicht zuletzt um den Vorsitzenden zu entlasten. In diesem Zusammenhang sollen auch die Kuratoren stärker in die Vorbereitung von Projekten und die Begutachtung von Manuskripten eingebunden werden. Seit dem Jahreswechsel 2008/09 befindet sich die Geschäftsstelle der AG offiziell im Landeskirchlichen Archiv in Greifswald. Weiterhin wird überlegt, die Landeskirchliche Archivarin, Dipl.-Archivarin Ulrike Reinfeldt, als Geschäftsführerin der AG einzusetzen. Derzeit füllt sie bereits das Amt der Schatzmeisterin aus.
Nach der Umwandlung der AG in einen eingetragenen Verein hatte Sup. i.R. Reinhold Garbe, Wusterhusen, die verantwortungsvolle Aufgabe des Kassenprüfers ausgefüllt, von der er sich im Sommer 2009 aus Altersgründen zurückzog. Der Vorstand und die Mitgliederversammlung dankten ihm für sein jahrelanges Engagement. Als seine Nachfolgerin wurde in Carmzow die Steuerberaterin Hannelore Klaus, Lüneburg, gewählt, die der AG seit mehr als einem Jahrzehnt als Mitglied eng verbunden ist.
Seit der Carmzower Mitgliederversammlung ist das Leitungsgremium der AG wie folgt zusammengesetzt:
Vorstand
Vorsitzender: OKR Dr. Christoph Ehricht, Greifswald
(zugleich Vertreter des Konsistoriums der Pommerschen Evangelischen Kirche)
Erster Stellvertreter: Dr. des. Haik Thomas Porada, Leipzig
Zweiter Stellvertreter: Prof. Dr. Jürgen Petersohn, Würzburg
Schatzmeisterin: Dipl.-Archivarin Ulrike Reinfeldt, Greifswald
Beisitzer: Prof. Dr. Werner Buchholz, Greifswald; Kirchenrat i.R. Dr. Norbert Buske, Greifswald; Dr. Boris Dunsch, Marburg; Dr. Wolfgang Fiedler, Richtenberg; Thomas Helms, Schwerin; Dr. Jana Olschewski, Katzow; Dipl.-Geograph Guido Pahl, Visselhövede
Kassenprüfer: Hannelore Klaus, Lüneburg; Prof. Dr. Jürgen Regge, Neuenkirchen bei Greifswald
Kuratoren der Arbeitsgemeinschaft
Kuratorin für Musikgeschichte: Dr. des. Beate Bugenhagen, Greifswald
Kurator für kirchliche Zeitgeschichte: Dr. Irmfried Garbe, Greifswald
Kurator für Kirchengeschichte der frühen Neuzeit: PD Dr. Volker Gummelt, Neuenkirchen bei Greifswald
Kurator für kirchliches Archivwesen: Dr. Jochen Krüger, Hohenmocker
Kurator für Bau- und Kunstgeschichte: Dr. Michael Lissok, Greifswald
Mit dem Rundschreiben zum Jahreswechsel 2008/09 hat der Vorstand eine Überprüfung der Adressenlisten der AG vorgenommen. Demnach werden in einem regulären Postverteiler mehr als 150 Mitglieder der AG mit Informationen versorgt. Alle Freunde der AG, die über eine E-Post-Adresse verfügen, hatten die Gelegenheit, diese dem Vorstand mitzuteilen. Über diese kostengünstige Variante werden seit Juli 2009 etwa 200 Mitglieder und Freunde der AG sowie Multiplikatoren in den Medien und diversen Forschungseinrichtungen mit Einladungen zu Veranstaltungen sowie Hinweisen auf Neuerscheinungen zur pommerschen Kirchen- und Landesgeschichte versorgt. Die Resonanz auf die ersten sechs Rundschreiben war beeindruckend. Besonders erfreulich ist, daß aufgrund dieser Informationsoffensive in den zurückliegenden Monaten zahlreiche neue Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet und Schweden begrüßt werden konnten.
Die Berichte über die Tätigkeit der AG finden auch im laufenden Jahr Eingang in den Bericht an die Landessynode der Pommerschen Evangelischen Kirche. Sie werden in einer Langfassung in den Baltischen Studien – Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte im Verlag Ludwig in Kiel sowie in den Herbergen der Christenheit – Jahrbuch für deutsche Kirchengeschichte in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig veröffentlicht.
Der Vorstand der AG hat auf seiner Sitzung am 14. März 2009 im Landeskirchlichen Ar-chiv in Greifswald beschlossen, künftig verstärkt Forschungsprojekte für das Gebiet der Pommerschen Evangelischen Kirche bzw. ihrer Vorgängerin, der Kirchenprovinz Pommern, zu entwickeln. Für den Vorstand und die Kuratoren bedeutet das, daß die Organisation von Zuständigkeiten, die Benennung von Projektträgern und die Entwicklung von drittmittelgeförderten Projekten im Vordergrund stehen werden.
Derzeit wird an folgenden Vorhaben gearbeitet:
Das letzte Quartal 2008 sowie die ersten drei Quartale 2009 waren von einer Vielzahl von Veranstaltungen geprägt, an denen sich unsere AG direkt und indirekt beteiligt hat.
Seit der Gründung der Stiftung Europäische Akademie Külz bei Naugard in Hinterpommern engagieren sich zahlreiche Mitglieder der AG für dieses Projekt, nicht zuletzt in ideeller Form, in dem sie als Referenten auf Tagungen in Külz auftreten. Die Stiftung hatte vom 7. bis 11. Mai 2009 gemeinsam mit dem Verein zur Förderung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit e.V. eine hochkarätige Tagung mit dem Titel Kirchenkunst in Pommern organisiert, bei der die Bau- und Kunstgeschichte hinterpommerscher Dorfkirchen im Zentrum des Interesses standen.
Am 11. Mai 2009 hat der amtierende Vorsitzende im Rahmen des Gesamtschwesterntages 2009 der Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe Potsdam-Stralsund, der Frauenhilfsdiakonieschwesternschaft im Rheinland e.V. sowie der Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. eine ganztägige Exkursion mit knapp 60 Teilnehmerinnen zu den früheren Einrichtungen der Diakonie in Stettin geleitet. Im gesamten Stadtgebiet konnten zahlreiche Standorte besichtigt werden, die bis 1945 eng mit dem Wirken der Schwesternschaft der Pommerschen Evangelischen Frauenhilfe verbunden waren. Höhepunkt der Exkursion war eine gemeinsame Andacht mit der evangelischen Gemeinde in Stettin, die der dortige Pfarrer Sławek Sikora und Oberin Petra Zulauf aus Stralsund in der alten Gertrudenkirche auf der Lastadie abhielten. Im Anschluß bestand die Gelegenheit für Gespräche mit den deutschsprachigen Mitgliedern der evangelischen Gemeinde in Stettin sowie Angehörigen der deutschen Minderheit in Stettin, unter denen sich auch letzte Zeitzeugen befanden, die vor 1945 in den großen Kinderheimen am Rande der Buchheide tätig waren.
Die AG war durch zwei ihrer Vorstandsmitglieder auf der Mitgliederversammlung des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz zu Berlin vom 15. bis 17. Mai 2009 vertreten. Diese war eingebettet in den Festakt zur 125-Jahrfeier der Landesgeschichtlichen Vereinigung der Mark Brandenburg, zugleich der 36. Tag der Landesgeschichte. Prof. Dr. Werner Buchholz hat im Rahmen dieser Tagung einen Vortrag zur Entwicklung der reichsrechtlichen Stellung des Bistums bzw. nachmaligen Fürstentums Cammin in der Frühen Neuzeit gehalten.
Der Evangelische Kirchenbauverein, gegründet 1890 zu Berlin, hat unter Leitung von Dr. Thomas Buske zu Himmelfahrt 2009 seine dritte interdisziplinäre Fachtagung im Kloster Dargun veranstaltet. Dabei standen liturgiegeschichtliche Themen ebenso wie solche der kirchlichen Kunst- und Baugeschichte im Mittelpunkt. Die AG kooperiert seit vielen Jahren mit dem Evangelischen Kirchenbauverein, was sich nicht zuletzt in der Beteiligung zahlreicher Mitglieder der AG mit eigenen Beiträgen an dieser Tagung wieder niederschlug.
Dipl.-Archivarin Ulrike Reinfeldt und Dipl.-Geogr. Guido Pahl haben die AG auf der Mitgliederversammlung des Vereins „Dorfkirchen in Not e.V“ am 6. Juni 2009 in Bad Doberan vertreten.
Die AG wurde am 14. August 2009 von OKR i.R. Dr. Siegfried Plath bei einer Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Neumark bei Stettin vertreten. Auf der dortigen Kriegsgräberstätte wurden die Gebeine von 2180 zivilen deutschen Kriegsopfern beigesetzt, die kürzlich in Marienburg in Westpreußen gefunden worden waren.
Die AG beteiligt sich seit einigen Jahren an dem von den Lehrstühlen für pommersche Geschichte und Landeskunde an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und für Neuere Geschichte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen betriebenen Projekt zur Reformationsgeschichte der baltischen Lande, d.h. also von Kurland, Livland, Estland und Ösel, dessen Ergebnisse in mehreren Bänden der Reihe „Katholisches Leben und Kirchenreform im Zeitalter der Glaubensspaltung (KLK)“ beim Aschendorff-Verlag in Münster in Westfalen publiziert werden sollen. In Vorbereitung auf diese Veröffentlichun-gen fanden bisher mehrere wissenschaftliche Tagungen und Exkursionen in Greifswald, Reval und Riga statt. Von Anfang an bemüht sich die Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte mit ihren bescheidenen personellen Ressourcen um eine Unterstützung dieses Vorhabens, da trotz des baltischen Schwerpunktes immer auch ein Vergleich mit der Situation im südlichen Ostseeraum angestrebt wird. Die nächste, aus diesem Vorhaben erwachsende, internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema Melanchthon und Calvin im Ostseeraum. Symposion anläßlich des 500. Geburtstages Johannes Calvins und des 450. Todestages Philipp Melanchthons soll vom 11. bis 15. November 2009 in Greifswald stattfinden, mit der auch eine Exkursion auf den Spuren der reformierten Gemeinden in Pommern verbunden sein wird. Diese Exkursion in den Ueckermünder und Pasewalker Raum haben in den zurückliegenden Monaten drei Vorstandsmitglieder der AG intensiv vorbereitet.
Die AG war auch 2009 bei den Zusammenkünften des Arbeitskreises Deutsche Landes-kirchengeschichte vertreten, auf denen u.a. ein konkreter Zeitplan für die Erarbeitung eines Atlas zur Geschichte der evangelischen Kirche in Deutschland in Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017 verabredet wurde. An den folgenden beiden Publikationen des Arbeitskreises hat sich die AG mit eigenen Beiträgen beteiligt:
| - | Landeskirchengeschichte. Konzepte und Konkretionen – Tagung des Arbeitskrei-ses Deutsche Landeskirchengeschichte im Kloster Amelungsborn vom 29. bis 31. März 2006, hg. von Hans Otte, Michael Beyer und Christian Winter (= Herbergen der Christenheit, Sonderband 14). – Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2008. |
| - | Schweden und der europäische Protestantismus – 8. Symposium des Arbeitskreises Deutsche Landeskirchengeschichte, zugleich Arbeitstagung des Vereins für Schlesische Kirchengeschichte aus Anlaß des Jubiläums „300 Jahre Altranstädter Konvention 1707-2007“ in Breslau vom 10. bis 13. Mai 2007, hg. von Dietrich Meyer (= Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, 87. Jg.). – Würzburg: Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn 2009. |
Am 15. April 2009 wurde die von der AG erarbeitete Ausstellung Reformator des Nordens – Johannes Bugenhagen in der Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund in Berlin vom Staatssekretär Dr. Thomas Freund und dem Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, eröffnet. Am 5. August 2009 ist eine ins Polnische übersetzte Fassung dieser Ausstellung mit dem Titel Johannes Bugenhagen. Doktor Pomeranus 1485–1558 in einer gemeinsamen Veranstaltung des Stettiner Schlosses der Pommerschen Herzöge in Verbindung mit der AG, dem Konsistorium der Pommerschen Evangelischen Kirche und der Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Diese Ausstellung wird am 16. September 2009 auch vom Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, bei seiner Visite in Stettin offiziell besucht werden.
Die Pommersche Evangelische Kirche lädt für den 18. September in Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der AG zu einer Gedenkveranstaltung aus Anlaß der Bekenntnissynoden in Stettin ein, die vor 75 Jahren stattfanden und für die Geschichte des Kirchenkampfes in Pommern und für den weiteren Weg der pommerschen evangelischen Kirche von entscheidender Bedeutung waren. Den Festvortrag wird Prof. Dr. Rudolf von Thadden, Göttingen und Paris, zum ThemaReinhold von Thadden und die Entstehung der pommerschen Bekennenden Kirche halten.
Im Anschluß an die bereits erwähnte Mitgliederversammlung fand am 29. August 2009 in Carmzow bei Brüssow die 36. Jahrestagung der AG mit etwa 60 Teilnehmern statt, bei der die engen Beziehungen zwischen Pommern und der Mark Brandenburg am Beispiel der Uckermark thematisiert wurden. Die AG war hier Gast des Pfarramtes Schönfeld und der Carl-Büchsel-Stiftung. Mit dieser Jahrestagung konnte inhaltlich an die Studienfahrt des Jahres 2006 entlang der pommersch-neumärkischen Grenze angeknüpft werden. Die nördliche Uckermark um Prenzlau, Strasburg und Brüssow gehörte bis zur Reformation zum Bistum Cammin. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hielt auch die permanente Auseinandersetzung zwischen den Greifenherzögen und den Markgrafen bzw. später den Kurfürsten von Brandenburg um die weltliche Oberhoheit über die Uckermark an, von der bis zum heutigen Tag zahlreiche Grenzburgen wie Penkun, Löcknitz, Vierraden, Stolpe oder auch Greiffenberg zeugen. Auch die noch sichtbaren Reste der einstmals starken Befestigung der Städte Prenzlau, Pasewalk, Gartz an der Oder bzw. Angermünde sind auf die häufigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Territorien zurückzuführen. Folgende Vorträge wurden im Rahmen der diesjährigen Tagung gehalten:
| - | Wolfgang Blaschke (Angermünde), Verein für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte e.V.: Die Uckermark zwischen Pommern und der Mark Brandenburg – eine Einführung aus kirchengeschichtlicher Perspektive. |
| - | Pfarrer Dr. Matthias Friske (Schönwerder), Arbeitsgemeinschaft für uckermärkische Kirchengeschichte: Die mittelalterliche Kirchenbautätigkeit in der Uckermark. |
| - | Dr. Jana Olschewski (Katzow), Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V.: Neubauten, Umgestaltung und Ausstattung der Dorfkirchen in der nördlichen Uckermark und im angrenzenden südlichen Vorpommern nach der Reformation. |
| - | Pfarrer Thomas Dietz (Schönfeld), Carl-Büchsel-Stiftung Uckermärkischer Kirchengemeinden Schönfeld: Kirchliche Projekte an der uckermärkisch-pommerschen Grenze – Möglichkeiten und Grenzen. |
Im Anschluß führte am Nachmittag des 29. August 2009 eine Exkursion durch das Kirchspiel Schönfeld in der nordöstlichen Uckermark unter Leitung von Pfarrer Thomas Dietz mit folgenden Standorten: Ludwigsburg (Gutshof mit Herrenhaus), Baumgarten (Kirche), Göritz (Kirche), Malchow (Kirche), Tornow (Kirche und Gutshof mit Herrenhaus) und Schönfeld (Kirche).
Am Folgetag, dem 30. August 2009, galt die Aufmerksamkeit der knapp 50 Teilnehmer mehreren Dörfern und Kleinstädten entlang der alten pommersch-brandenburgischen Grenze, wobei der Bereich zwischen Randowbruch und unterem Odertal einen Schwerpunkt bildete. Im Rahmen dieser Exkursion wurden die folgenden Themenkreise angerissen:
| - | Die sich überlappenden Gebiets- und Hoheitsansprüchen Pommerns und Brandenburgs am Beispiel der Herrschaft Vierraden, der Johanniterkommenden sowie schließlich der Markgrafschaft Schwedt; |
| - | ausgewählte Adelsfamilien auf beiden Seiten des Randowbruchs; |
| - | zur Entwicklung der Grenze zwischen Pommern und Brandenburg, insbesondere zwischen den beiden Landeskirchen nach dem Zweiten Weltkrieg; |
| - | die administrative Struktur des Stettiner Umlands und dessen Bedeutung aus landesgeschichtlicher Sicht; |
| - | zum Verhältnis August von Mackensens zur Bekennenden Kirche am Beispiel seines Kirchenpatronats über die Brüssower Kirche. |
Die kunstgeschichtlichen Ausführungen an den einzelnen Standorten hatte Dr. Jana Olschewski übernommen. Nach dem Gottesdienst in Schenkenberg mit anschließenden Erläuterungen zur Kirche und zum Gut von Pfarrer Thomas Dietz führte der Weg nach Wartin. Hier stand die Besichtigung des Gutshofes, des Herrenhauses und des Gartens mit Erläuterungen von Prof. Dr. Charles Elworthy sowie der Dorfkirche auf dem Programm. In Kunow, dem südlichsten Dorf Vorpommerns, das seit 1972 zum Kirchspiel Vierraden gehört, wurden den Exkursionsteilnehmern die Bemühungen um die Rettung des Kirchengebäudes von Dipl.-Ing. Doris Kessels vor Augen geführt. Das umfangreiche und außergewöhnlich gut erhaltene barocke Bildprogramm in dieser Kirche erklärte Dr. Norbert Buske. In Gartz an der Oder wurde die Ruine der Stephanskirche besichtigt. Unter Führung von Dieter Kaeker bestand die Möglichkeit, vom Turm dieser Kirche das Stadtgebiet sowie das weite Odertal mit den angrenzenden Höhenzügen in Hinterpommern in Augenschein zu nehmen. Schließlich stand eine Besichtigung des heute für Ausstellungszwecke genutzten Heilgeisthospitals auf dem Programm. In Penkun wurden die Fortschritte bei der Sanierung des Schloßensembles gewürdigt. Die Situation der Kirchengemeinden in der Stadt und im Umland sowie die Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde in Stettin erläuterte hier Pfarrer Bernhard Riedel. Dieser Exkursionstag fand seinen Abschluß in der Dorfkirche von Menkin, die bis 1945 unter dem Patronat der Familie von Winterfeldt stand. Die überaus prächtige Renaissanceausstattung dieser Kirche wurde jüngst unter Beteiligung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert. Den Reisesegen spendete den Teilnehmern Pfarrer Michael Reimer aus Ahrenshagen.
Die Mitglieder der AG Dr. Bengt Büttner, Göttingen, Dr. Joachim Krüger, Hohenmocker, Dipl.-Geogr. Guido Pahl, Visselhövede, und Dr. Dirk Schleinert, Magdeburg, haben die inhaltliche Vorbereitung der Exkursion übernommen, die vom 12. bis 16. Mai 2010 auf die dänischen Inseln Seeland, Fünen und Mön führen soll. Es gibt wenige Landschaften außerhalb Pommerns, die für die pommersche Geschichte eine so große Bedeutung hatten. Dies läßt sich an der Zugehörigkeit der Insel Rügen zum Bistum Roskilde ebenso festmachen, wie an Tochterklöstern der Esromer Zisterze in Dargun, Kolbatz und Eldena. Aufgrund der lehnsrechtlichen Bindungen Rügens und Pommerns sowie der engen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Regentenhäusern lassen sich auch in Dänemark zahlreiche pommersche Spuren entdecken. Diese resultieren auch aus den Ansiedlungsversuchen von dänischer Seite an der südlichen Ostseeküste und umgekehrt von slawischer Seite an den dänischen Küsten sowie von hansischen Kaufleuten in dänischen Städten oder auch von pommerschen Fischern bis in das 20. Jahrhundert hinein in den Dörfern auf den dänischen Inseln. Schließlich haben einige pommersche und mecklenburgische Adelsfamilien eine neue Heimat in Dänemark gefunden. Im Rahmen dieser Studienfahrt sollen auch die traditionell engen Verbindungen zwischen der Pommerschen Evangelischen Kirche und dem Stift Roskilde sowie dänischen Kirchenhistorikern aufgefrischt werden.
Die Bemühungen, eine Dokumentation der deutsch-polnischen Wolgaster Tagung aus dem Jahre 2006 zu den Grablegen der pommerschen Herzöge zu veröffentlichen, haben leider nicht zu dem gewünschten Ziel geführt. Diese Tagung hatte die AG gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie dem Staatsarchiv Stettin und dem Nationalmuseum Stettin veranstaltet. Da nur wenige der dort gehaltenen Beiträge eingeworben werden konnten, sollen diese nun an anderer Stelle publiziert werden.
Zahlreiche Veröffentlichungen mit kirchengeschichtlichem Schwerpunkt, an denen Mitglieder der AG beteiligt waren bzw. die von der AG herausgegeben werden, sind 2009 erschienen bzw. werden gerade für die Drucklegung vorbereitet:
Naturgemäß kann an dieser Stelle nur eine Auswahl der einschlägigen Veröffentlichungen der Mitglieder der AG aus dem vergangenen Jahr Erwähnung finden. Einen umfassenderen Einblick in die Forschungsleistung ihrer Mitglieder bietet die AG über die Gesamtbibliographie, die unter der Internetadresse http://www.pommersche-kirchengeschichte-ag.de/Seiten/bibliographie0.htm eingesehen werden kann. Für ihre Aktualisierung zeichnet dankenswerterweise Dr. Irmfried Garbe, Greifswald, verantwortlich, dem alle Neuerscheinungen laufend gemeldet werden können.
Wenn es um Periodika geht, in denen die Forschungsergebnisse von Mitgliedern der AG regelmäßig ihren Niederschlag finden, so seien hier vor allem drei genannt:
| - | Die Baltischen Studien – Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte, die von der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. herausgegeben und von einer Redaktion unter Leitung von Dr. Dirk Alvermann redigiert werden; |
| - | POMMERN – Zeitschrift für Kultur und Geschichte, die vom Pommerschen Zentralverband e.V. herausgegeben und von Dr. Jana Olschewski redigiert wird; |
| - | das Sedina-Archiv – Familiengeschichtliche Mitteilungen Pommerns, das Mitteilungsblatt des Pommerschen Greif e.V., dessen Schriftleitung Dr. Franz Waldmann betreut. |
Für das kollegiale Miteinander im Bemühen um die Pflege pommerscher Geschichte und Identität sei diesen drei Vereinigungen sowie der Historischen Kommission für Pommern e.V. an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Da die AG nach 1990 auf die Wiederbegründung eines eigenen kirchengeschichtlichen Periodikums verzichtet hat, sind wir für diese Publikationsmöglichkeiten sehr dankbar, deren Bezug wir auch künftig unseren Mitgliedern und Freunden ausdrücklich empfehlen werden.
Bei den einzelnen Vorstandsmitgliedern und den Kuratoren der AG sind auch im vergangenen Jahr wieder zahllose Anfragen und Hinweise eingegangen, deren Beantwortung viel Zeit in Anspruch nimmt. In enger Abstimmung mit dem Konsistorium der Pommerschen Evangelischen Kirche sieht sich die AG hier als ein Dienstleister, zeigen doch diese Anfragen, welch große Aufmerksamkeit die pommersche Kirchengeschichte nicht nur in Deutschland, sondern darüber hinaus im gesamten Ostseeraum findet. Als wichtiger Bestandteil der pommerschen Identität werden die Bemühungen um die Erforschung und Vermittlung der Kirchengeschichte an der südlichen Ostseeküste auch künftig einen Beitrag auf dem Weg unserer Landeskirche leisten.
Dr. des. Haik Thomas Porada M.A.
| zur vorherigen Seite | Startseite | Struktur | Berichte | Veröffentlichungen | Veranstaltungen | Links | Kontakte |