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Der diesjährige Jahresbericht wird durch das Johannes-Bugenhagen-Gedenken anlässlich des 450. Todestages des Reformators nachhaltig geprägt. Träger dieses Gedenkens war die Pommersche Evangelische Kirche in Verbindung mit dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.
Die AG war von Anfang an sowohl an den allgemeinen Vorbereitungen als auch bei der Durchführung einzelner Veranstaltungen unmittelbar und zumeist führend beteiligt. Dabei ergaben sich vor allem im Blick auf die dem Reformator Bugenhagen gewidmete Ausstellung mancherlei neue Kontakte.
Beispielhaft verwiesen sei auf den Präfekten der Bibliotheca Ambrosiana in Mailand Mons. Dr. Franco Buzzi, der mit einem Kreis Interessierter auf einer Nordeuropaexkursion auch Greifswald besuchte und für die Exkursionsteilnehmer einen Vortrag zur Wirksamkeit des Reformators Bugenhagen erbat. Der Vorsitzende der AG konnte bei dieser Gelegenheit auf die einschlägigen Veröffentlichungen der AG aufmerksam machen. Es kam zu einem Büchertausch. Mons. Dr. Buzzi schickte uns seine vielfältigen Arbeiten zur Reformationsgeschichte. Andere Kontakte – als Beispiel sei Wittenberg genannt – konnten anlässlich des Bugenhagen-Gedenkens erneuert und ausgebaut werden. Hilfreich für die Gestaltung unserer Bugenhagen-Ausstellung waren auch die in früheren Berichten wiederholt genannten Kontakte zum Staatsarchiv Stettin und zum Nationalmuseum Stettin. Hinzu gesellten sich Kontakte zum Kulturzentrum in Treptow a.d. Rega. Weiter liefen längst geknüpfte Kontakte nach Gotland. Prof. Dr. Dr. Bengt Stolt stellte uns einen Film mit der Rekonstruktion einer spätmittelalterlichen Messe auf Gotland zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um ein vorzügliches Vergleichsmaterial zur damaligen Situation in Pommern. Neue, mit einem Büchertausch verbundene Kontakte ins Baltikum ergaben sich anlässlich einer Tagung in Riga. Auch die seit langem nach Bamberg geknüpften Kontakte behielten, im Blick auf eine neue, in Bamberg vorbereitete Veröffentlichung zu Bischof Otto von Bamberg ihre Bedeutung. Die im hinterpommerschen Külz durchgeführte Tagung zur Inneren Mission in den östlichen Provinzen Preußens führte zu einer erneuten unmittelbaren Zusammenarbeit mit mehreren kirchengeschichtlichen Arbeitsgemeinschaften und Vereinen. Viele stellten, vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um eine Kirchenfusion der pommerschen, der mecklenburgischen und der nordelbischen Kirche zu einer neuen großen Nordkirche, besorgte Fragen nach dem weiteren Weg der pommerschen Kirche. Im Blick auf die wieder deutlicher erkennbare „europäische Kulturlandschaft Pommern“ ergeben sich auch für die Kirchen dieser Kulturlandschaft wichtige Aufgaben. Wer soll diese Verpflichtungen künftig wahrnehmen, wenn in der Kirche im vorpommerschen Bereich das Wissen um pommersche Identität verblasst?
Mitglieder der AG waren auch im zurückliegenden Jahr wieder mit Vorträgen an verschiedenen Tagungen und Konferenzen beteiligt. Eine Auflistung aller von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft gehaltenen Vorträge ist in diesem Rahmen nicht möglich. Beispielhaft genannt sei die Beteiligung an der „Interdisziplinären Fachtagung Glaube, Macht und Pracht – Geistliche Gemeinschaften des Ostseeraums im Zeitalter der Backsteingotik“ vom 27. bis 30. November 2007 sowie die Jahrestagung der David-Mevius-Gesellschaft vom 12. bis 14. Juni 2008. Die an erster Stelle genannte Tagung fand im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald statt, Tagungsorte der zweiten Tagung waren Zarrentin, Turow und Kirch Baggendorf. Eine Veröffentlichung der im Rahmen dieser Tagungen gehaltenen Vorträge durch die jeweiligen Veranstalter ist vorgesehen. Entsprechendes gilt für die von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Greifswalder Universität vom 20. bis 21. Juni 2008 in Greifswald durchgeführte Bugenhagen-Konferenz. Im Folgenden werden nur jene Tagungen genannt, an deren Ausrichtung die AG als Mitveranstalter beteiligt war.
Eröffnung der Ausstellung „Pommersche Kirchengeschichte in Daten“ am 12. Oktober 2007 im Kulturzentrum der Stadt Treptow a. d. Rega (Trzebiatów)
Am 12. Oktober 2007 eröffnete der Vorsitzende der AG die von der AG erarbeitete, bereits an mehreren Orten gezeigte und inzwischen ins Polnische übersetzte Ausstellung „Pommersche Kirchengeschichte in Daten“ im Ausstellungsraum des Kulturzentrums der Stadt Treptow a.d. Rega. Die Eröffnung erfolgte im Rahmen einer vom dortigen Kulturzentrum ausgerichteten Tagung zur regionalen Geschichte. Der Vorsitzende der AG konnte dieses Exemplar der Ausstellung als Geschenk der Pommerschen Evangelischen Kirche übergeben und Grüße der pommerschen Kirche zum Gelingen der Tagung übermitteln. Die dem Kulturzentrum der Stadt Treptow übergebene Ausstellung wurde inzwischen bei verschiedenen Gelegenheiten an weiteren Orten in Hinterpommern gezeigt.
Internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema „Die religiösen und konfessionellen Prozesse im Baltikum während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“ vom 3. bis 4. April 2008 in Riga
Diese gemeinsame Veranstaltung der Lehrstühle für Kunstgeschichte der Kunstakademie Lettlands, für Neuere Geschichte der Universität Tübingen und für Pommersche Geschichte der Universität Greifswald in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V. fand in Riga statt. Sie wurde vom Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Lettland mit einem Grußwort eröffnet. Diese Konferenz schloss sich unmittelbar an jene Tagungen zur Kirchengeschichte des Baltikums an, über die bereits in den vergangenen Jahren mehrfach ausführlich berichtet wurde. Behandelt wurden Fragen der livländischen Reformation (Dr. Valda Kļava, Riga), die reformatorische Wende in der städtischen Historiographie Livlands (Dr. Andris Levans, Riga), die Volksreligion nach dem archäologischen Fundmaterial und den schriftlichen Quellen des 15. bis 17. Jahrhunderts (Dr. Vitolds Muižniecks, Riga), die Gegenreformation in Livland aus der Sicht von katholischen Geistlichen (Dr. Andris Priede, Riga), die russische Kirchenpolitik im okkupierten Livland im 16. Jahrhundert (Prof. Dr. Enn Tarvel, Tallinn), Kirche und Sprache im livländischen Teil Lettlands (Prof. Dr. Pēteris Vanags, Riga), die Lage der Kirche in Herzogtum Kurland (Dr. Mārīte Jakovļeva, Riga), geistliche und humanistische Literatur im Umkreis des herzoglich-kurländischen Hofes in Mitau (Dr. Martin Klöker, Osnabrück), Überlieferungen kulturhistorischer Quellen im baltischen Raum (Prof. Dr. Dr. Klaus Garber, Osnabrück), St. Trinitatis zu Mitau als frühes Beispiel für den protestantischen Pfarrkirchenbau (Prof. Dr. Ojārs Spārītis, Riga), die lutherische Reformation in Litauen (Prof. Dr. Darius Petkunas, Wilnius), Volkskultur und kirchliches Festjahr im reformatorischen Wandel in West-, Mittel- und Nordeuropa im Vergleich (Prof. Dr. Werner Buchholz), die politische und religiöse Weltsicht des letzten katholischen Bischofs von Linköping (Per Stobæus, Lund), die Schmuckrahmen der von Johannes Bugenhagen zum Druck gegebenen Abhandlungen (Dr. Norbert Buske, Greifswald), Bild und Wort in den Kirchen Estlands vom 16. bis zum 18. Jahrhundert (Prof. Dr. Krista Kodres, Tallinn), die aktive Teilnahme der estnischen Bauern am Gemeindeleben als Folge der Reformation (Prof. Dr. Aleksander Loit, Uppsala), Volksglaube und Bräuche in Estland im Zeitalter von Reformation und Konfessionalisierung (Prof. Dr. Raimo Raag, Uppsala), Greifswald, eine Universität für den Ostseeraum? (Prof. Dr. Matthias Asche, Tübingen), Wilhelm von Brandenburg-Ansbach und die Öselsche Bischofsfehde (Magnus von Hirschheydt, Tübingen). Zum Tagungsprogramm gehörte eine von Professor Ojārs Spārītis vorbereitete Exkursion durch Kurland. Besucht wurden u.a. die Kirche Wolmar und die Ruine der Deutschordensburg in Wenden. Ein Empfang in der Residenz des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Riga bildete den Abschluss der Tagung. Verwiesen sei auf den Bericht, den Magnus von Hirschheydt in den Tübinger Universitäts-Nachrichten (Nr. 141) gegeben hat.
Tagung zum Thema „Die östlichen Provinzen Preußens und die Innere Mission im 19. Jahrhundert“ vom 10. bis 12. April 2008 in Külz
Diese Tagung wurde von fünf kirchengeschichtlichen Vereinen (der Arbeitsgemeinschaft für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte, der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V., dem Verein für schlesische Kirchengeschichte, dem Verein für ostdeutsche Kirchengeschichte und der Arbeitsgemeinschaft für kirchengeschichtliche Forschung der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland), die sich aus ihren jeweiligen Perspektiven mit der Geschichte der altpreußischen Union und ihrer östlichen Kirchenprovinzen befassen, zusammen mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland in der Europäischen Akademie Külz (Akademia Europejska Kulice) ausgerichtet. Da im Jahr 2008 das Wichern-Jahr begangen wurde, sollte auf dieser Tagung dem wichtigen Beitrag nachgegangen werden, den die östlichen Provinzen Preußens im 19. Jahrhundert für die Entwicklung der Diakonie geleistet haben. Während der Tagung gaben die leitenden Repräsentanten der Diakonie in Polen und Deutschland einen Empfang. Bei dieser Gelegenheit richtete auch der Vorsitzende der AG ein Grußwort an die Teilnehmer und übermittelte Grüße der Pommerschen Evangelischen Kirche. In den Vorträgen wurden folgende Themen behandelt: Die Erweckungsbewegung in den östlichen Provinzen (Prof. Dr. Martin Ohst, Wuppertal); Erweckung und Politik (Dr. Matthias Deuschle, Berlin); Erweckung und Bürgersinn, zum theologischen Ort der Inneren Mission im 19. Jahrhundert (Dr. Norbert Friedrich, Düsseldorf); Die soziale Lage als Herausforderung für die Innere Mission in den östlichen Provinzen (Prof. Dr. Jochen-Christoph Kaiser, Marburg); Demokratie oder christlicher Glaube, Virchow, Wichern und die oberschlesische Hungertyphus-Epidemie (Dr. Michael Häusler, Berlin); Die Innere Mission in Schlesien (Dr. Christian-Erdmann Schott, Mainz); Die Innere Mission in Pommern (Pfarrer i.R. Friedrich Bartels, Züssow); Die Innere Mission in Ostpreußen (Dr. Iselin Gundermann, Berlin); Die Innere Mission in Posen (Prof. Dr. Olgierd Kiec, Poznan); Diakonie im heutigen Polen und ihre Wurzeln in der Geschichte (Generaldirektorin Wanda Falk, Warschau). An der sich anschließenden Podiumsdiskussion waren ferner der Präsident des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland Klaus-Dieter Kottnik und der Direktor der Breslauer Diakonie Pfarrer Robert Sitarek beteiligt. Während der Tagung wurden zwei Tafelausstellungen zum Leben und Wirken von Johann Hinrich Wichern und Paul Theodor Braune gezeigt. Auch die ins Polnische übersetzte Ausstellung der AG „Pommersche Kirchengeschichte in Daten“ wurde den Tagungsteilnehmern präsentiert. Die mit der Tagung verbundene Exkursion führte zum Herrenhaus in Trieglaff, zu den Dorfkirchen in Zirkwitz und Dischenhagen sowie zu den Kückenmühler Anstalten bei Stettin.
Buchvorstellung der „Pomerania“ von Johannes Bugenhagen als Faksimiledruck und Übersetzung der Handschrift von 1517/18 am 17. April 2008 in der Universitätsbibliothek Greifswald
Die AG hatte in Verbindung mit der Universitätsbibliothek Greifswald, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern und der Pommerschen Evangelischen Kirche in das neue Gebäude der Universitätsbibliothek am Berthold-Beitz-Platz eingeladen. Vorgestellt wurde der von der AG in der Reihe Beiträge zur pommerschen Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte als Band 11 herausgegebene, mit einer Übersetzung ins Deutsche verbundene Faksimiledruck der von Johannes Bugenhagen verfassten „Pomerania“, der ersten Gesamtdarstellung der Geschichte Pommerns. Nach der Begrüßung durch den Direktor der Universitätsbibliothek Dr. Peter Wolff folgten Grußworte des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern Henry Tesch, des Bischofs der Pommerschen Evangelischen Kirche Dr. Hans-Jürgen Abromeit und des Prorektors für Forschung der der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Prof. Dr. Michael North. Der Vorsitzende der AG gab Anmerkungen und Hinweise zur vorgelegten Veröffentlichung. Genauere Angaben zur Veröffentlichung enthält der Abschnitt „Veröffentlichungen“. Die Veranstaltung war mit einer kleinen von der Universitätsbibliothek durch Ivo Asmus vorbereiteten Ausstellung verbunden. Gezeigt wurden die in der Bibliothek aufbewahrte Originalhandschrift sowie weitere frühe Drucke des Reformators Johannes Bugenhagen.
Bugenhagen-Symposion zur Niederdeutschen Bibeltradition vom 18. bis 20. April 2008 in Barth
Die Pommersche Evangelische Kirche, die Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V., die Plattform „Plattdüütsch in de Kark“ und das Niederdeutsche Bibelzentrum hatten zu einem Symposion nach Barth ins Niederdeutsche Bibelzentrum eingeladen. Diese vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern geförderte Tagung bildete den Auftakt für weitere Veranstaltungen anlässlich des 450. Todestages des aus Pommern stammenden Reformators Johannes Bugenhagen. Zum Beginn der Tagung wurde die Johannes-Bugenhagen-Stiftung der Pommerschen Evangelischen Kirche mit der Unterzeichnung der Stiftungsurkunde errichtet. „Durch diese Stiftung sollen Seelsorge und Verkündigung, Unterweisung und Mission durch neue Formen und befristete Projekte – etwa durch die Erweiterung von eingeschränkten Pfarrstellen für zusätzliche Aufgaben – in der Pommerschen Evangelischen Kirche gefördert werden.“ Der Leiter des Niederdeutschen Bibelzentrums, Johannes Pilgrim, konnte anschließend Grüße der Bundeskanzlerin, die kurz zuvor die Einrichtung in Barth besucht hatte, übermitteln. Mit dem ersten Tagungsbeitrag wurden in Anknüpfung an die bereits genannte Buchvorstellung in der Greifswalder Universitätsbibliothek Arbeitsweise und Zielvorstellungen erläutert, die bei der Übersetzung und Herausgabe der von Bugenhagen verfassten „Pomerania“ bestimmend waren. In den sich anschließenden Vorträgen wurden folgende Themen behandelt: „Johannes Bugenhagen und sein Vorgänger Theodor Smedecken – ein Vergleich ihrer Übersetzungen“ (Dr. Robert Peters, Münster); „Die Rolle des Niederdeutschen in der Reformation“ (Prof. Dr. Ingrid Schröder, Hamburg); „Katechismus und Schulbildung bei Bugenhagen“ (Prof. Dr. Hanna Löhmannsröben, Potsdam); „Titeleinfassungen der Schriften des Reformators Bugenhagen – ein Beitrag zur Entwicklung der Bilderwelt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts“ (Dr. Norbert Buske, Greifswald); „Bugenhagens christliche Lehre im Sendbrief an Herzogin Anna“ (Dr. Anneliese Bieber-Wallmann, Münster); „Eine kommunikative plattdeutsche Kinderbibel heute im Vergleich mit den Übersetzungen Luthers und Bugenhagens“ (Prof. Dr. Bernd Jörg Diebner, Heidelberg). Den öffentlichen Abendvortrag „Johannes Bugenhagen – ein Kirchenmann im Zeichen des Umbruchs“ hielt Prof. Dr. Volker Gummelt aus Greifswald. Pfarrer i. R. Manfred Krüger aus Gristow erinnerte an eine am 24. Mai 1985 ausgestrahlte Schulfunksendung von Radio DDR II „Reformator des Nordens – Johannes Bugenhagen zum 500. Geburtstag“. Zur Tagung gehörten ferner ein von Manfred Krüger gestalteter „hoch- und plattdeutscher Abend“ mit Lesungen aus der Bugenhagenzeit unter dem Motto „Bannig bewegt sünd de Tieden“ und eine Exkursion zum ehemaligen Wallfahrtsort und späteren Gesundbrunnen in Kenz. Die Tagung schloss mit einem Festgottesdienst in der Barther Marienkirche. Eine Dokumentation der Tagung mit der Veröffentlichung der Vorträge ist vorgesehen.
Eröffnung der Ausstellung: „Johannes Bugenhagen Doktor Pomeranus 1485-1558. Humanist, Kirchenorganisator und Doktor der Heiligen Schrift“ am 12. Juni 2008 in der Marienkirche in Greifswald
Die Pommersche Evangelische Kirche hatte in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V. und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern zur Eröffnung einer dem Reformator Johannes Bugenhagen anlässlich seines 450. Todestages gewidmeten, von der AG erarbeiteten und vom Thomas Helms Verlag Schwerin gestalteten Ausstellung in die Westvorhalle der Greifswalder Marienkirche eingeladen. Der Ausstellungseröffnung ging in der Marienkirche eine „Bugenhagen-Messe“ zur Eröffnung der 62. Greifswalder Bachwoche voraus. Nach der Begrüßung durch den Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche Dr. Hans-Jürgen Abromeit gab Prof. Dr. Matthias Schneider, Professor für Kirchenmusik und Orgel am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald eine Einführung in die „Bugenhagen-Messe“. Im Anschluss an diesen niederdeutsch gehaltenen Gottesdienst wurde die Bugenhagen gewidmete Ausstellung in der Westvorhalle durch Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit eröffnet. Dr. Enoch Lemcke, Vertreter des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, übermittelte Grüße des Ministeriums. Der Vorsitzende der AG führte in die Ausstellung ein. Sie wurde vom 12. Juni bis zum 30. Juli 2008 in der Westvorhalle der Marienkirche und danach vom 1. August bis zum 6. Oktober 2008 im Greifswalder Dom St. Nikolai dargeboten. Es ist vorgesehen, die Ausstellung auch im Niederdeutschen Bibelzentrum in Barth und danach an anderen Orten zu zeigen. Parallel zur Darbietung der Ausstellung in Greifswald wurde ein zweites Exemplar dieser Ausstellung vom Museum der Stadt Wolgast erworben. Die seit dem 17. Juli 2008 während der Sommermonate im Museum dargebotene, anschließend in der Wolgaster Petrikirche gezeigte Ausstellung erfuhr im Museum durch Originalhandschriften Bugenhagens eine anschauliche Erweiterung. Bei der Eröffnung der Ausstellung in Wolgast erläuterte der Vorsitzende der AG die mit der Ausstellung verbundenen Zielvorstellungen. Noch während der Sommermonate konnte ein 32 Seiten umfassendes Begleitheft zur Ausstellung ausgeliefert werden, das die Besucher mit nach Hause nehmen konnten. Im Abschnitt „Veröffentlichungen“ ist das Erforderliche zum Begleitheft ausgeführt. Eine Übersetzung der Ausstellungstexte ins Polnische ist vorgesehen. Es wurde mit den polnischen Partnern vereinbart, die Ausstellung auch in Treptow a.d. Rega, in der Trinitatiskirche in Warschau und in Stettin zu zeigen. Ein Buch zur Ausstellung, das zusätzliche Bilder und weitere Erläuterungen bietet, wird voraussichtlich im Spätherbst erscheinen.
Im Rahmen dieses summarischen Berichtes können naturgemäß nicht alle Veröffentlichungen der Mitglieder der AG aufgeführt werden. Es muss hierfür auf eine Fortsetzung der entsprechenden, von Dr. Irmfried Garbe betreuten Bibliographie verwiesen werden, deren erster Teil (1995 bis 2006) in unserer mit Abbildungen reich ausgestatteten Veröffentlichung „35 Jahre Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V.“ (S. 211-301) abgedruckt ist. Verwiesen sei hier lediglich auf die Berichte zur Tagung der Arbeitsgemeinschaft 2007 in Steinhagen von Guido Pahl und zur genannten Publikation der Arbeitsgemeinschaft von Dr. Christoph Ehricht, dem Vertreter der Landeskirche im Vorstand der AG. Beide Berichte erschienen in Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte (Jg. 2008, Heft 1, S. 42f. und Heft 2, S. 44f.). Im Blick auf das diesjährige Bugenhagen-Gedächtnis sei ferner auf die von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen herausgegebene Publikation „Ostdeutsche Gedenktage 2008. Persönlichkeiten und Historische Ereignisse“, die auch eine Würdigung des Reformators Johannes Bugenhagen enthält, verwiesen.
In den Beiträgen zur pommerschen Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte erschien als Band 10 „Loitz – Stadt an der Peene. Beiträge zur Geschichte und zu ihren Bau- und Kunstdenkmalen. Herausgegeben von Dirk Schleinert und Ralf-Gunnar Werlich“. Diese Veröffentlichung bietet Darstellungen zur Stadtgeschichte (Henning Rischer, Loitz), zum Land Loitz und zur Geschichte des Loitzer Schlosses sowie zur Herzogin Sophia Hedwig, die in Loitz residierte (Dirk Schleinert, Magdeburg), zu den Loitzer Stadtansichten und zur Pfarrkirche (Norbert Buske, Greifswald), zum Denkmalbestand der Loitzer Altstadt (Torsten Rütz und Felix Schönrock, Greifswald), zum Wappen der Herzogin Sophia Hedwig und zur Ahnengalerie der Herzogin in der Loitzer Stadtpfarrkirche (Ralf-Gunnar Werlich, Greifswald). Diese mit Bildern reich ausgestattete, vom Thomas Helms Verlag Schwerin wieder sorgfältig betreute Veröffentlichung enthält darüber hinaus zahlreiche bisher nicht veröffentlichte alte Stadtpläne und erstmals eine Wiedergabe aller Wappentafeln aus der Loitzer Stadtpfarrkirche.
In den Beiträgen zur pommerschen Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte erschien ferner als Band 11 „Johannes Bugenhagens Pomerania. Faksimiledruck und Übersetzung der Handschrift von 1517/18. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V. durch Norbert Buske, übersetzt von Lore Poelchau unter Mitwirkung von Boris Dunsch und Gottfried Naumann, mit Anmerkungen versehen durch Sabine Bock, Boris Dunsch und Dirk Schleinert sowie einer Einführung von Volker Gummelt.“ Die deutsche Übersetzung wurde den einzelnen Seiten der Handschrift von Bugenhagen gegenübergestellt. Das ermöglicht einen unmittelbaren Vergleich. Etwa 500 Anmerkungen bieten vor allem Erläuterungen zu den genannten Orten und Personen sowie Hinweise auf Formulierungen, die Anspielungen auf antike Schriftsteller erkennen oder vermuten lassen. Im Blick auf die notwendigen textkritischen Hinweise wird auf die lateinische Ausgabe der Pomerania durch Otto Heinemann verwiesen. Eine Wiederholung entsprechender Anmerkungen wurde vermieden. Wo es geboten erschien, kommt es zu einer Auseinandersetzung mit den Anmerkungen Heinemanns. Ein umfangreiches Orts- und Personenregister erschließt die dargebotene Übersetzung. Die aufwendige Drucklegung erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, die Historische Kommission für Pommern e.V. und die Pommersche Evangelische Kirche.
Ein von der AG herausgegebenes Begleitheft zur Ausstellung „Johannes Bugenhagen. Doktor Pomeranus. 1485-1558. Humanist – Kirchenorganisator – Doktor der Heiligen Schrift. Konzeption: Dr. Norbert Buske, Greifswald; Realisation: Thomas Helms, Schwerin“. konnte in den Sommermonaten ausgeliefert werden. Auf 32 großformatigen Seiten wurden die Texte und Bilder der Ausstellung abgedruckt. Dem Heft ist ein Geleitwort des Bischofs der Pommerschen Evangelischen Kirche Dr. Hans-Jürgen Abromeit und ein Grußwort des Ministerpräsidenten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern Dr. Harald Ringstorff vorangestellt. Abgedruckt ist ferner die Einführung in die Ausstellung, die der Vorsitzende der AG anlässlich der Eröffnung der Ausstellung in der Greifswalder Marienkirche gab. Das gebotene Literaturverzeichnis beschränkt sich zwangsläufig auf eine Auswahl. Eine weitere Veröffentlichung, die zusätzliche Bilder und weiterführende Erläuterungen bietet, ist vorbereitet und wird voraussichtlich Ende des Jahres erscheinen. Die AG ist zahlreichen Institutionen und Personen, die durch Leihgaben, Förderung und Mitarbeit am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt waren, zu Dank verpflichtet. Ein besonderer Dank gilt dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern für die Bereitstellung von Fördergeldern. Eine besondere Tafel der Ausstellung nennt alle Beteiligten. Das Begleitheft kann an den Ausstellungsorten und über die Pressestelle der Landeskirche erworben werden. Bisher sind folgende Ausstellungsorte vorgesehen: Marienkirche in Greifswald; Dom St. Nikolai in Greifswald; Stadtmuseum Wolgast; Petrikirche in Wolgast; Bibelzentrum St. Jürgen in Barth; Marienkirche in Pasewalk; Kiel, Schleswig-Holstein; Berlin, Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern; Treptow a.d. Rega; Warschau und Stettin.
In regelmäßigen Abständen wird die AG, da sie ein beim Amtsgericht Greifswald eingetragener Verein ist, im Blick auf ihre Kassenführung vom Finanzamt Greifswald einer Prüfung unterzogen. Eine solche Prüfung erfolgte im zurückliegenden Jahr. Dabei wurde die steuerbegünstigte Gemeinnützigkeit der AG am 25. Januar 2008 vom Finanzamt Greifswald erneut bestätigt.
Greifswald, 12. September 2008
Dr. Norbert Buske
Vorsitzender
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