Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte
e.V.

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Jahresberichte der Arbeitsgemeinschaft für
pommersche Kirchengeschichte e.V.

Tätigkeitsbericht
erstattet auf der Mitgliederversammlung

am 1. September 2007 in Steinhagen

Meine Damen, meine Herren, verehrte Mitglieder und liebe Freunde der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte,
der Tätigkeitsbericht des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft kann diesmal relativ knapp gehalten werden, nicht etwa weil im Berichtszeitraum seit unserer letzten Mitgliederversammlung 2005 in Pasewalk so wenig geschehen ist, so wenig auf den Weg gebracht wurde – das Gegenteil ist der Fall – sondern weil bereits ein ausführlicher Jahresbericht für das vergangene Jahre vorliegt, der – wie in jedem Jahr – in den Baltischen Studien abgedruckt wurde und dort nachzulesen ist. Ich kann mich daher für den Zeitraum bis September 2006 darauf beschränken, stichpunktartig an einzelne, wichtige Veranstaltungen zu erinnern und mich dann etwas ausführlicher den aktuellen Vorhaben zuwenden.

Zunächst ist unsere große Studienreise durch Estland vom 2. bis 11. Juni 2006 zu nennen. Sie wurde durch Vorträge und Ausstellungen zur Kirchengeschichte Estlands – wir konnten die Ausstellungen in Barth und in Greifswald zeigen – vorbereitet. Herr Dr. Hans-Rolf Dräger, der Autor dieser Ausstellungen, hat uns auf Grund seiner langjährigen Kontakte zur evangelisch- lutherischen Kirche in Estland dort manche Türen geöffnet. Meine Frau hat während dieser Studienreise viel gefilmt und aus dem reichlich vorhanden Material einen zweiteiligen Filmbericht zusammengestellt, den wir uns bei einer geselligen Zusammenkunft am 12. Januar diesen Jahres, durch mancherlei Erinnerungen aufgelockert, anschauen konnten. Ein schriftlicher, ausführlicher Exkursionsbericht liegt inzwischen gedruckt vor. Er ist Bestandteil unserer neuesten Veröffentlichung, auf die ich später noch genauer eingehen werde. Allen, die an der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung dieser Studienreise beteiligt waren, haben wir herzlich zu danken.

Mancher mag sich zunächst gefragt haben, was die estnische Kirchengeschichte mit der pommerschen Kirchengeschichte zu tun hat. Rasch wurden jedoch viele Querverbindungen deutlich. Die beiden Zisterzienserklöster in Estland, Padis und Falkenau, waren Töchterklöster des Klosters Stolpe an der Peene. Der Barther Reformator Johannes Block kam aus der berühmten estnischen Stadt Dorpat. Während der schwedischen Vorherrschaft im Ostseeraum teilten wir uns mit den baltischen Ländern – und nicht nur mit ihnen – schwedische Zielvorstellungen und Einflussnahmen. Als der Zar in Russland während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei der Neuordnung des russischen Kirchenwesens auch das evangelische Kirchenwesen im russischen Reich reformieren wollte – damals bildeten die baltischen Länder, und damit auch Estland, die russischen Ostseeprovinzen – wurde eine Kommission zur Neuordnung des evangelischen Kirchenwesens gebildet. Auf ausdrücklichen Wunsch des Zaren beurlaubte der damalige preußische König seinen gerade ins Amt berufenen neuen pommerschen Generalsuperintendenten Bischof Ritschl, damit sich der Bischof an der Arbeit dieser viele Monate in Petersburg tagenden Kommission beteiligen konnte. Auf Ritschl gehen die nach Maßgabe der schwedischen Kirchenordnung vereinbarten Festlegungen für die Gestaltung der Gottesdienste, die Gestaltung der Liturgie zurück. So wurde der pommersche Bischof Ritschl für die russischen Ostseeprovinzen im Blick auf die liturgischen Ordnungen zu einem Bugenhagen des 19. Jahrhunderts. Angemerkt sei, dass es sich damals bei der evangelischen Kirche in Russland um keine kleine Kirche gehandelt hat. Über 1000 Pfarrer gehörten zu dieser Kirche.

Eine zweite großen Exkursion führte vom 25. bis zum 27. August 2006 in den unteren Oderraum und in die nördliche Neumark. Diese Exkursion stand unter der bewährten Leitung unseres stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Dr. Haik Thomas Porada. Die aufschlussreichen Erläuterungen zur Baugeschichte der einzelnen Kirchen gab Herr Marek Ober aus Stettin. Der Vorstand hat Herrn Ober inzwischen zum Korrespondierenden Mitglied der Arbeitsgemeinschaft berufen. Beiden, Herrn Dr. Porada und Herrn Ober sowie allen anderen an den Vorbereitungen der Exkursion Beteiligten gilt unser herzlicher Dank.

Die nächste große Exkursion führte vom 18. bis 21. Mai 2007 nach Bamberg. Bamberg begeht in diesem Jahr ein stolzes Jubiläum „1000 Jahre Bistum Bamberg“. Anlässlich dieses Jubiläums wird in Bamberg eine große Ausstellung gezeigt. Im Blick auf Bischof Otto von Bamberg, den Apostel der Pommern, und die Erinnerungen an seine beiden Missionsreisen sind wir mit einem reich bebilderten Beitrag im Ausstellungskatalog vertreten. Verbunden mit der Ausstellung in Bamberg war eine Vortragsreihe. Auch hier waren wir mit einem Beitrag zu den Erinnerungen an den Apostel der Pommern beteiligt. Weiteres zum Otto-Gedenken während des 19. Jahrhunderts in der preußischen Provinz Pommern, können Sie in einem Aufsatz, der im nächsten Heft der Baltischen Studien abgedruckt wird, nachlesen.

Unsere Exkursion nach Bamberg hatte die Überschrift „Otto von Bamberg und das evangelische Franken“. Sie stand unter der wissenschaftlichen Leitung von Frau Professor Dr. Sabine Bock. Wir hatten schon gelegentlich bei früheren Exkursionen schriftliches Material mit Grundrissen und weiteren geschichtlichen Hinweisen den Exkursionsteilnehmern an die Hand gegeben. Im Blick auf die Exkursion nach Bamberg wurde jedoch erstmals für die Teilnehmer ein mit vielen Bildern versehener, farbiger Exkursionsführer gedruckt. Er bietet begleitendes Arbeitsmaterial und erweist sich darüber hinaus als eine schöne Erinnerung an diese Exkursion. Wiederum hat meine Frau fleißig gefilmt. Wir suchen einen Termin im Spätherbst, um auch diesen Filmbericht allen Interessierten zu zeigen. Ein herzlicher Dank an alle, die sich an der Gestaltung, Vorbereitung und Durchführung dieser Exkursion beteiligt haben, beschließt auch diesen kurzen Hinweis auf unsere Studienreise durch das evangelische Franken zu Otto von Bamberg.

Als zweiter Schwerpunkt unserer Arbeit, sind die verschiedensten Vortragsveranstaltungen und die Ausrichtung größerer Tagungen sowie die Beteiligung an Tagungen anderer zu nennen. Ich beginne mit einem Hinweis auf die am 6. und 27. Oktober 2006 in Wolgast2 gemeinsam mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern und in Verbindung mit dem Staatsarchiv Stettin sowie dem Nationalmuseum in Stettin durchgeführte deutsch- polnische Tagung zu den Grablegen der pommerschen Herzöge. Den Anlass boten die Restaurierungsarbeiten an den Särgen der herzoglichen Gruft in der Wolgaster Petrikirche. Mit dieser Veranstaltung konnte zugleich die seit langem gepflegte Zusammenarbeit mit mehreren Einrichtungen in Stettin – Einrichtungen, die sich, wie die Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte, mit der Erschließung und Bewusstmachung der pommerschen Geschichte beschäftigen – fortgesetzt werden. Wenn unsere Bemühungen um die Einwerbung eines Druckkostenzuschusses zum Erfolg führen, dann werden wir einen Dokumentationsband zur Wolgaster Tagung vorlegen.

In diesen Zusammenhang gehört auch die freundschaftliche Verbundenheit mit der evangelischen Kirche in Polen, und hier naturgemäß mit der Kirchengemeinde in Stettin. Es kam zu mehreren Begegnungen, u. a. auch zu einer Vortragsveranstaltung im Internationalen Dietrich-Bonhoeffer Studien- und Begegnungszentrum in Stettin. Im Blick auf das Bugenhagen-Gedächtnis anlässlich seines 450. Todestages im Jahr 2008 laufen seit längerem erneut mancherlei Vorabsprachen zur Beteiligung an Veranstaltungen sowie zur Erarbeitung einer Ausstellung zum Leben und Wirken des Reformators Johannes Bugenhagen, unseres Doctor Pomeranus. Es ist vorgesehen diese Ausstellung mit einer Übersetzung der erläuternden Texte ins Polnische auch in Treptow a. d. Rega zu zeigen, an jenem Ort, an dem 1534 die Reformation in Pommern von den Herzögen proklamiert wurde

Auch an den gemeinsamen Veranstaltungen des Lehrstuhls für Pommersche Geschichte der Universität Greifswald und des Lehrstuhls für Neuere Geschichte der Universität Tübingen, die in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte nun schon seit etlichen Jahren durchgeführt werden, zeigt sich das Bemühen der Arbeitsgemeinschaft um übergreifende Zusammenarbeit. Ich erinnere an die vom 23. bis 24. November 2006 in Tallinn zum Thema „Reformation und Konfessionalisierung... im Baltikum“ sowie an die vom 18. bis 20. Januar 2007 in Greifswald unter dem Thema „Getaufte Heiden. Phänomene des Fortlebens naturreligiöser Bräuche...“ durchgeführten Tagungen. Wenn diese Tagungen in Greifswald stattfinden – das war Anfang diesen Jahres nun bereits zum dritten mal der Fall – dann ist die Arbeitsgemeinschaft nicht nur mit Vorträgen, sondern auch mit der Ausrichtung einer Exkursion für die Tagungsteilnehmer beteiligt. Es ist unser Anliegen, den zum Teil von weither angereisten Gästen nicht nur theoretische Erläuterungen zu bieten, sondern ihnen auch geschichtsträchtige Stätten zu zeigen. Anschauung vor Ort vertieft wissenschaftliche Erkenntnis.

Im Rahmen eines zusammenfassenden Berichtes kann ich nicht auf alle, oft mit Buchvorstellungen verbundene Vortragsveranstaltungen eingehen und begnüge mich daher mit dem wichtigen Hinweis auf das von der Arbeitsgemeinschaft einberufene Symposium im Kapitelsaal des Stralsunder Stadtarchivs am 29. September, das Herr Dr. Porada vorbereitet hat und leiten wird. Es steht unter der Überschrift: „Stralsund, Rügen, Pommern und Brandenburg. Neue Forschungen zur Kirchen- und Landesgeschichte.“ Mehrere umfangreiche Werke werden vorgestellt. Wir rechnen damit, dass auch Vertreter der jeweiligen Verlage teilnehmen werden. Einladungen zu dieser Veranstaltung wurden ihnen bereits zugeschickt. Jeder an der pommerschen Geschichte Interessierte ist uns herzlich willkommen.

Ein weiterer Hinweis gilt der Ende November im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald stattfindenden Tagung unter dem Thema „Glaube Macht und Pracht. Geistliche Gemeinschaften des Ostseeraums im Zeitalter der Backsteingotik.“ Ich wurde um einen Beitrag zur Frömmigkeitsgeschichte gebeten. Mein Thema lautet: „Stellvertretend fromm. Die Klöster im Netzwerk mittelalterlicher Frömmigkeit.“

Es versteht sich von selbst, dass die Arbeitsgemeinschaft auch an der Vorbereitung verschiedener Jubiläen beteiligt war. Ich verweise auf die Stadtjubiläen in Franzburg und Wolgast. Bei unserer Exkursion am Nachmittag werden wir Ihnen einen neuen Kirchenführer mit neueren Erkenntnissen zur Baugeschichte der Schloss- und Stadtpfarrkirche in Franburg vorstellen können. Die von der Stadt Wolgast herausgegebene Festschrift zum Stadtjubiläum, an der wir mit einem Beitrag beteiligt sind, kennen einige von Ihnen sicherlich schon.

Der dritte Schwerpunkt unserer Arbeit ergibt sich aus den Veröffentlichungen. Auf unserer letzten Mitgliederversammlung in Pasewalk konnten wir Ihnen die ersten Andrucke eines für Pommern wichtigen kartographischen Werkes zeigen. „Atlas der Kirchenprovinz Pommern, 1931“. Im Maßstab von 1:200.000 werden auch die kleinsten Vorwerke und Ausbauten dargestellt. Eingezeichnet sind ferner die Kirchspielgrenzen und sämtliche Schulstandorte mit der jeweiligen Anzahl der Klassen. Dieser vom Thomas Helms Verlag sorgfältig betreute und mit einem ausführlichen Register versehene Atlas konnte inzwischen ausgeliefert werden.

Es ist ferner auf einen Beitrag zur „Katechismusfrömmigkeit in Pommern“ aufmerksam zu machen. Es werden spätmittelalterliche, niederdeutsche Reimfassungen der Zehn Gebote aus dem Bereich des pommerschen Bistums Cammin und die später in Pommern gültigen Fassungen von Martin Luthers „Kleinen Katechismus“ behandelt. Diese Veröffentlichung ist mit zahlreichen Abbildungen versehen. Ich bin dankbar für das freundliche Echo, das auch diese Veröffentlichung erfahren hat.

In einer weiteren Veröffentlichung, einem mit ausführlichen Texten versehenen Bildband, werden unter dem Titel „Die Dorfkirchen im historischen Kreis Greifenberg“ alle hinterpommerschen Dorfkirchen im Raum rechts und links der Rega, also auch im Raum Treptow a. d. Rega vorgestellt. Die Idee zu diesem Buch geht auf den leider bereits verstorbenen Vorsitzenden des hinterpommerschen Heimatkreises Greifenberg, Herrn Fritz Baatz, zurück. Er bat uns um Mithilfe bei der Erarbeitung dieses Buches. Herr Dr. Michael Lissok, unser Kurator für kirchliches Kunst- und Kulturgut, erläutert die Baugeschichte der einzelnen Kirchen und beschreibt die erstaunlich reiche und vielfältige Ausstattung dieser Kirchen. Auch das Schicksal und der heutige Bestand der außerhalb der Dörfer gelegenen deutschen Friedhöfe wird dokumentiert. Den farbigen Aufnahmen, die den heutigen Zustand der Kirchen zeigen, sind viele historische Aufnahmen aus der Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zugeordnet. Sie dokumentieren die inzwischen verloren gegangene Ausstattung. Der Thomas Helms Verlag hat viel Zeit und Mühen aufgewandt, um das ursprünglich vorgelegte historische Bildmaterial zu vervollständigen und beträchtlich zu erweitern. Die Veröffentlichung ergänzt die bereits früher erarbeiteten Inventarwerke, vor allem für den Bestand des 19. und 20. Jahrhunderts. Mir fiel die Aufgabe zu, in einem einleitenden Beitrag die Kirchengeschichte dieses Gebietes darzustellen. Diese Darstellung reicht von den Anfängen der Christianisierung durch Bischof Otto von Bamberg bis zum kirchlichen Leben nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen im Frühjahr 1945 und bis zur nahezu vollständigen Vertreibung der dort seit Jahrhunderten ansässigen deutschen Bevölkerung. Diese sogenannte Aussiedlung kam erst Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre zum Abschluss. Auch die sich anschließende kirchliche Entwicklung bis zur Gegenwart wird im Blick auf die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche in Polen skizziert.

Die neueste Veröffentlichung der Arbeitsgemeinschaft bietet einen Rechenschaftsbericht besonderer Art. Nachdem Anfang der 1990er Jahre mit dem Titel „20 Jahre Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte der Pommerschen Evangelischen Kirche“ eine erste, mit einem umfassenden Überblick zur pommerschen Geschichtsforschungversehene Darstellung der Arbeit unserer Arbeitsgemeinschaft erschien, kann nun eine Fortsetzung des seinerzeit gegebenen Berichts vorgelegt werden. In einem ausführlichen persönlichen Rückblick beschäftige ich mich mit den Hintergründen und Auseinandersetzungen um die Region Vorpommern bei der Bildung des neuen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Viele der damals mittelbar oder auch unmittelbar Beteiligten werden sich in diesen Ausführungen wieder finden. Alle hierfür einschlägigen Quellen werden genannt. Die Arbeitsgemeinschaft gewann in der damaligen Diskussion um den Landesteil Vorpommern einen nicht erwarteten, hohen Stellenwert.

Andere Beiträge dieser Veröffentlichung dienen der Erschließung der Literatur zur territorialen Kirchengeschichte. Erstmals werden die „Blätter für Kirchengeschichte Pommerns“ und weitere einschlägige Veröffentlichungen in anderen Zeitschriften durch ein Register erschlossen. In einer Bibliographie für das zurückliegende Jahrzehnt hat Herr Dr. Irmfried Garbe, unser Kurator für kirchliche Zeitgeschichte, darüber hinaus alle Publikationen der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zur pommerschen Landes- Kirchen- und Kunstgeschichte zusammengestellt. Wer sich in dieser sehr umfangreichen Auflistung nicht wieder findet, der muss sich schuldbewusst selbst an die Brust schlagen, dass er uns seine Beiträge – trotz wiederholter Bitten unsererseits – nicht genannt hat. Wir führen diese Bibliographie fort und bitten erneut alle, die an dieser Bibliographie interessiert sind, uns ihre Veröffentlichungen zu nennen.

Wie schon im ersten Band werden auch in diesem Fortsetzungsband alle seit der Wiedervereinigung Deutschlands durchgeführten Tagungen und Exkursionen sowie die Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft genannt. Zwei Exkursionen – eine nach Gotland, die andere durch Estland – erfahren ausführliche Darstellungen. Sie veranschaulichen beispielhaft, dass sich die Arbeitsgemeinschaft nicht nur mit den zu Pommern gehörenden Gebieten beschäftigt, sondern immer wieder auch den vielfältigen Verbindungen nachgeht, die sich im Verlauf der Geschichte zu anderen Gebieten ergeben haben. Ein Vorausexemplar liegt hier vorn zur Ansicht bereit. Sollte jemand den ersten Band mit der Darstellung der Arbeit unserer Arbeitsgemeinschaft bis zur Wiedervereinigung Deutschlands noch nicht besitzen, dann kann er ihn heute umsonst erhalten. Wir haben noch einige wenige Exemplare.

Meine Damen, meine Herren, der Ihnen heute auf dieser Mitgliederversammlung vorgelegte Rechenschaftsbericht verdeutlich trotz seiner zum Teil stichwortartigen Kurzfassung die im Berichtszeitraum geleistete Arbeit. Das alles, was ich Ihnen vorgetragen habe, wurde nur möglich, weil sich viele an dieser ausschließlich ehrenamtlich erbrachten Arbeitsleistung beteiligt haben. Im Namen des Vorstandes möchte ich daher allen unseren Mitgliedern und Freunden für ihr Interesse, ihre Mitarbeit, ihren Einsatz und nicht zuletzt für ihre Spendenbereitschaft herzlich danken. Der Kreis der Mitarbeiter hat sich in mehrfacher Hinsicht inzwischen erweitert. Neue Mitglieder, die wir willkommen heißen, sind hinzu gestoßen. Darüber hinaus ermöglicht es unsere Satzung, interessierte Mitarbeiter, außerhalb Deutschlands als Korrespondierende Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zu berufen. Der Vorstand hat Herrn Marek Ober aus Stettin, das Ehepaar Jerzy und Dr. Barbara Grzelak aus Stettin und Frau Ingrid Moritz aus Lund zu Korrespondierenden Mitgliedern berufen. Unsere Stettiner Freunde haben inzwischen viele, vor allem auf unseren Exkursionen, kennen und schätzen gelernt. Frau Moritz, die Vorsitzende der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft in Lund, hat sich um die Übersetzung der „Daten zur Pommerschen Kirchengeschichte“ ins Schwedische verdient gemacht. Wir hoffen, die schwedische Übersetzung noch Ende des Jahres vorstellen zu können. Damit steht dies umfangreiche Informationsheft neben der deutschen Fassung, die im Herbst bereits in einer dritten überarbeiteten Auflage erscheinen wird, und der Übersetzung ins Polnische nun auch für die immer zahlreicher aus Schweden zu uns kommenden Gäste auf Schwedisch zur Verfügung. Nach unserer Satzung muss die Mitgliederversammlung die vom Vorstand beschlossene Berufung der Korrespondierenden Mitglieder bestätigen. Wir bitten Sie um diese Bestätigung.

Ein weiterer herzlicher Dank gilt all jenen Einrichtungen mit denen uns – in der Regel schon seit langem – eine enge partnerschaftliche Zusammenarbeit verbindet. In dem hier vorgelegten Bericht konnten nur einige dieser Einrichtungen genannt werden. Der im Druck befindliche Berichtsband nennt zahlreiche weitere Einrichtungen und skizziert die Zusammenarbeit mit diesen Einrichtungen. Stellvertretend für alle möchte ich die Pommersche Evangelische Kirche nennen, der wir uns nicht nur satzungsgemäß und von unseren Aufgaben her verbunden und verpflichtet wissen, sondern auch zugehörig fühlen. Angesichts aktueller Strukturplanungen innerhalb der pommerschen Kirche gewinnen Hinweise auf die Geschichte unserer Kirche an Gewicht. Nichts ist beständig, nichts erschöpft sich in Wiederholungen, doch alles hinterlässt Spuren. Nur wer Spuren zu lesen versteht, wird als Wegführer für andere den richtigen Weg einschlagen.

Auch unseren Kuratoren haben wir für ihre umfangreiche, ehrenamtliche Mitarbeit herzlich zu danken. Nach unserer Satzung beruft der Vorstand für verschiedene Sachgebiete Kuratoren. Sie beantworten Anfragen, treiben einschlägige Arbeitsvorhaben voran und informieren den Vorstand über aktuelle Arbeitsziele und Forschungsvorhaben auf ihren Gebieten. Einige der Kuratoren habe ich bereits im Blick auf die im Berichtszeitraum vorgelegten Veröffentlichungen genannt. Die Mitarbeit anderer erschließt sich aus den skizzierten Themenbereichen. Alle Kuratoren könnten für ihre Arbeitsbereiche Berichte vorlegen. Das aber würde den Zeitrahmen unserer Mitgliederversammlung sprengen. Für einzelne Bereiche erscheinen diese Berichte überdies in entsprechenden Fachzeitschriften. Zu nennen sind hier die Beiträge zur kirchlichen Zeitgeschichte.

Damit Sie einen kleinen Eindruck von den Arbeitsbereichen der Kuratoren gewinnen, möchte ich Ihnen unsere Kuratoren in der zeitlichen Reihenfolge ihrer Berufung noch einmal nennen. Kurator für Kirchengeschichte der Frühen Neuzeit ist Herr Prof. Dr. Volker Gummelt, Kurator für kirchliche Zeitgeschichte ist Herr Dr. Irmfried Garbe, Kurator für Mittel- und Neulatein ist Herr Dr. Boris Dunsch, Kurator für kirchliches Kunst- und Kulturgut ist Herr Dr. Michael Lissok, Kuratorin für den Kirchbau des 19. Jahrhunderts ist Frau Dr. Jana Olschewski, Kuratorin für Kirchenmusik ist Frau Beate Bugenhagen, Kurator für das kirchliche Archivwesen ist Herr Dr. Joachim Krüger. Satzungsgemäß sind diese vom Vorstand berufenen Kuratoren von der Mitgliederversammlung zu bestätigen. Der Vorstand bittet Sie, die vom Vorstand berufenen, zum Teil schon seit vielen Jahren für die Arbeitsgemeinschaft tätigen Kuratoren erneut und die drei zuletzt genannten Kuratoren erstmals zu bestätigen. Der Vorstand bittet Sie ferner, diese Bestätigung mit einem ausdrücklichen Dank für die geleistete Arbeit zu verbinden.

Nach unserer Satzung entsendet die Landeskirche einen Vertreter zu den Vorstandssitzungen der Arbeitsgemeinschaft. Diese Aufgabe hat Herr OKR Hans-Martin Moderow über viele Jahre bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand wahrgenommen. Ihm folgt als Vertreter der Landeskirche im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Herr OKR Dr. Christoph Ehricht. Herr Moderow wird aber – und darüber freuen wir uns – weiterhin in seiner neuen Funktion als Geschäftsführer der unter der Leitung des Bischofs der pommerschen Kirche gebildeten „Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Johannes-Bugenhagen-Gedächtnisses 2008“ an unseren Vorstandssitzungen teilnehmen.

Dem hier vielfältig abzustattenden Dank habe ich noch einen weiteren persönlichen und herzlichen Dank anzufügen. Dieser Dank gilt den Vorstandskollegen. Ich nenne an erster Stelle Herrn SR Otto Peters. Da Otto Peters am 8. Februar diesen Jahres nach längerer, schwerer Krankheit verstorben ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als diesen Dank mit einem ehrenden Nachruf zu verbinden. Ich beziehe mich dabei auf unsere in der Zeitschrift Pommern veröffentlichte Würdigung. Wir sind dankbar dafür, dass wir Otto Peters Jahrzehnte lang als einen stets aufrechten und treuen Weggefährten zu Seite gehabt haben. In seiner ruhigen, ausgleichenden Art hat er wesentlich dazu beigetragen, dass die Arbeitsgemeinschaft seit vielen Jahren unzerstritten und zielgerichtet ihren Weg geht.

Herzlich zu danken habe ich auch meinen beiden Stellvertretern: Herrn Dr. Porada und Herrn Professor Dr. Jürgen Petersohn. Dr. Porada arbeitete am Institut für Länderkunde in Leipzig. So kann er für die Arbeitsgemeinschaft die Funktion eines „Außenministers“ übernehmen. Hinzukommen seine seit vielen Jahren während seiner Arbeit in zahlreichen Archiven aufgebauten und kontinuierlich gepflegten Kontakte zu den dortigen Mitarbeitern. Ich beziehe mich hier auf das Staatsarchiv in Stettin sowie auf wichtige Archive in Schweden. Alle kirchengeschichtlichen Vereine und Arbeitsgemeinschaften im gesamten deutschsprachigen Raum sind in einer übergreifenden Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Dr. Porada wurde inzwischen in den Vorstand dieses übergreifenden Zusammenschlusses berufen. So erhalten wir auf unseren Vorstandssitzungen stets Berichte aus erster Hand zu den anstehenden Arbeitsvorhaben im Bereich der Territorialkirchengeschichte in Deutschland.

Die Verbindungen zu Professor Petersohn in Würzburg reichen in die Zeit vor der Wiedervereinigung Deutschlands zurück. Sie waren ein Zeichen deutsch- deutscher Zusammengehörigkeit, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands problemlos fortgeführt und entsprechend der sich neu eröffnenden Möglichkeiten vertieft werden konnte. Professor Petersohn ist ein verlässlicher, treuer Ratgeber, dem die Arbeitsgemeinschaft viel verdankt. Er bedauert, diesmal an unserer Mitgliederversammlung nicht teilnehmen zu können, und bat mich, die Versammelten herzlich zu grüßen. Gern entledige ich mich dieses Auftrags. Alle Vorschläge zur heutigen Wahl des Vorstandes sind auch mit Professor Petersohn abgesprochen und werden von ihm nachdrücklich unterstützt. Er bat mich, auch dies der Versammlung mitzuteilen.

Dankbar nennen möchte ich ferner unsere Schatzmeisterin, die Leiterin des Landeskirchlichen Archivs, Frau Ulrike Reinfeldt. Die Kassenführung mit dem Abbuchen und dem Einsammeln der Mitgliedsbeiträge ist arbeitsaufwendig, auch dann, wenn es sich zumeist nur um kleine Summen handelt. Durch unaufgeforderte, regelmäßige Beitragszahlung können Sie unserer Schatzmeisterin für ihrer Arbeit am besten danken. Auch darf ich Sie bei dieser Gelegenheit daran erinnern, dass die meisten von Ihnen versprochen haben, Ihre Beitragszahlung mit einer Spende zu verbinden. Mit dem Dank an unsere Schatzmeisterin ist der Dank an unsere Kassenprüfer verbunden. Wiederum hat Herr Reinhold Garbe, Superintendent im Ruhestand, diese Aufgabe übernommen. Unsere Schatzmeisterin wird bei Ihrem Rechenschaftsbericht das erforderliche zur Kassenprüfung vortragen. Unsere beiden Kassenprüfer. Herr Sup. i. R. Reinold Garbe und Herr Prof. Dr. Jürgen Regge, haben sich dankenswerterweise bereit erklärt, auch in den nächsten Jahren die mit diesem Amt verbundenen Aufgaben wahrzunehmen. Der Vorstand bittet Sie, beide Herren erneut als Kassenprüfen zu wählen.

Zum Vorstand gehören ferner sechs Beisitzer. Die Reihenfolge, in der ich sie jetzt nenne, entspricht keiner Rangfolge, sondern ergibt sich aus der zeitlichen Reihenfolge, ihrem Eintritt in den Vorstand. Erster Beisitzer ist der Ihnen allen bekannte Verleger Herr Thomas Helms. Zweiter Beisitzer ist Herr Prof. Dr. Werner Buchholz, Inhaber des Lehrstuhls für pommersche Geschichte. Professor Buchholz ist zugleich Mitglied im Beirat des „Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine“ – die Arbeitsgemeinschaft ist Mitglied des Gesamtvereins – auf diese Weise besteht auch zum Gesamtverein aller Geschichtsvereine in Deutschland eine direkte Verbindung. Dritter Beisitzer ist Herr Dr. Wolfgang Fiedler. Ich nutze die Gelegenheit, Herrn Dr. Fiedler für die Vorbereitung unserer heutigen Exkursion am Nachmittag zu danken. Ein gleicher herzlicher Dank gilt auch seiner Frau, die uns zusammen mit dem Frauenkreis in Richtenberg zum Kaffeetrinken im Richtenberger Pfarrhaus eingeladen hat. Vierter Beisitzer ist Herr Guido Pahl, Diplom Geograph. Herr Pahl ist Ihnen allen als Leiter des erfolgreich abgeschlossenen Projektes „Offene Kirchen“ bekannt. Überall sind inzwischen entsprechende Hinweise und Erläuterungstafeln angebracht worden. Fünfter Beisitzer ist Herr Dr. Boris Dunsch, unser Kurator für Mittel- und Neulatein. Immer wieder sind wir auf seine Mithilfe bei der Übersetzung von Urkunden und Inschriften angewiesen.

Alle Mitglieder des Vorstandes stehen für die bezeichneten Funktionen zur Wiederwahl zur Verfügung. Das gilt auch für mich als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. Wir werben um Ihr Vertrauen und bitten um ihre Stimme. Für den Platz des sechsten Beisitzers, der nach dem Tod von SR Otto Peters neu zu besetzen ist, schlägt Ihnen der Vorstand Frau Dr. Jana Olschewski vor, unsere Kuratorin für den Kirchenbau des 19. Jahrhunderts. Auch für Frau Dr. Olschweski erbitten wir Ihre Stimme.

Ein kurzer Ausblick auf unsere Vorhaben im kommenden Jahr 2008 soll am Schluss dieses Rechenschaftsberichtes stehen. Drei Tagungen, an denen wir beteiligt sind, werden im Frühjahr 2008 stattfinden. Die erste Tagung vom 10. bis 12. April im hinterpommerschen Külz, die in Verbindung mit anderen kirchengeschichtlichen Arbeitsgemeinschaften durchgeführt wird, beschäftigt sich mit dem Thema: Die östlichen Provinzen Preußens und die Innere Mission im 19. Jahrhundert. Beteiligt sind wir ferner an einer weiteren Tagung zur Reformationsgeschichte des Baltikums, die im April 2008 in Riga stattfindet wird. Gleichfalls noch für den April des kommenden Jahres ist im Rahmen des Bugenhagen-Gedächtnisses eine Tagung im niederdeutschen Bibelzentrum in Barth vorgesehen. Zu den weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Bugenhagen-Gedächtnisses gehört die bereits erwähnte Ausstellung zum Leben und Wirken des aus Pommern stammenden Reformators, die auch in Treptow an d. R. gezeigt werden soll. Desgleichen sind Veröffentlichungen anläßlich des Bugenhagen-Gedächtnisses vorgesehen. Rechtzeitig werden Sie Einladungen und Hinweise erhalten.

Meine Damen, meine Herren, Sie sehen, viel Arbeit liegt wieder hinter uns, viel Arbeit liegt erneut vor uns. Ich hätte mich auf diese Vorplanungen nicht eingelassen, wenn ich mich nicht auf die Mitarbeit des Vorstandes und der Kuratoren verlassen könnte. Das Durchschnittsalter sowohl der Kuratoren als auch des Vorstandes ist für einen Geschichtsverein relativ niedrig. Es handelt sich, abgesehen von Herrn Professor Petersohn, Herrn Dr. Fiedler und mir, um einen Trupp junger Leute, die noch viel vorhaben und die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte zielgerichtet vorantreiben werden. Dafür erbitten wir Ihre Zustimmung. Zugleich danke ich Ihnen, daß Sie mir so geduldig zugehört haben.

Greifswald, 1. September 2007

Dr. Norbert Buske
Vorsitzender



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