Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte
e.V.

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Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft für
pommersche Kirchengeschichte e.V. 2003

Seit Anfang des Jahres stellt sich die Arbeitsgemeinschaft im Internet unter www.pommersche-kirchengeschichte-ag.de vor. Außer Einladungen und weiteren Hinweisen auf die AG ist eine Bibliographie abrufbar, die Veröffentlichungen zur pommerschen Kirchengeschichte bietet. Die Kuratoren der AG betreuen diese im Aufbau begriffene Bibliographie. Die Zusammenstellung der einzelnen Titel ergibt sich aus den entsprechenden Mitteilungen der Autoren.

Als weiterer Schwerpunkt der Arbeit der AG erwies sich die Beteiligung an den Vorbereitungen einer ständigen Ausstellung zum Wirken des Bischofs Otto von Bamberg in Pommern. Die Ausstellung wird in der Demminer Bartholomäuskirche gezeigt. Der Kirchenkreis Demmin hatte die Initiative ergriffen und die AG um ihre Mitarbeit gebeten. Zu den wichtigsten Ausstellungstücken gehört eine Ottodarstellung, die früher in der Berliner Siegesallee stand und nun der Demminer Kirche vom Berliner Senat als ständige Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Im Rahmen der Mitarbeit an der Ausstellung konnten die Kontakte zum Erzbistum Bamberg weiter ausgebaut und vertieft werden. Zu den Ergebnissen der Beteiligung an der Ausstellung gehören zwei Veröffentlichungen, die das Leben und Wirken des Bischofs darstellen. Vgl. Abschnitt II.

Darüber hinaus waren Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft an verschiedenen, von anderen Einrichtungen vorbereiteten Veranstaltungen, die sich mit dem Leben und Wirken des Bischofs Otto von Bamberg und der Christianisierung Pommerns beschäftigten, beteiligt. Beispielhaft genannt sei eine Tagung der Archäologischen Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern sowie ein von der Ostsee-Akademie in Lübeck-Travemünde veranstaltetes Seminar, das unter anderem die Otto Rezeption im 19. Jahrhundert zum Thema hatte.

Eine weitere, intensive Mitarbeit ergab sich beim Projekt Offene Kirchen. Dies Projekt wird im Amt für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern entwickelt und ist mit der Ausbildung von Kirchenführern verbunden. Vertreter der AG beteiligten sich an der Projektentwicklung und gaben Hinweise für die Zusammenstellung von Kirchenrouten und der hierzu geplanten Veröffentlichungen. In diesem Zusammenhang ergaben sich neue Kontakte zu den Tourismusverbänden in der Region.

Die Kontakte zu Einrichtungen in Polen, über die bereits in den zurückliegenden Jahren wiederholt berichtet wurde, sind kontinuierlich - auch durch Besuche - gepflegt worden. Der Dokumentationsband zur Stettiner Tagung Protestanten und Katholiken in Pommern in der Zeit des Nationalsozialismus und Stalinismus - vgl. den Bericht 2002 - befindet sich im Druck. Zu diesen Kontakten gehörte auch die Mitarbeit im Rahmen der 2. internationalen wissenschaftlichen Konferenz, Geschichte des pommerschen Dorfes , die im Mai 2003 in Dygowo, Kreis Kolobrzeg (Kolberg) stattfand. Der hierzu vorgesehene Dokumentationsband wird u.a. Beiträge von KOBR i.R. Gunther Kirmis mit Erläuterungen zu den Dorfkirchensanierungsprogrammen in der Pommerschen Evangelischen Kirche 1987-1999 und Dipl.- Geograph Guido Pahl zum Projekt Offene Kirchen, ein Beitrag zur touristischen Entwicklung ländlicher Räume in Vorpommern enthalten.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hatte die AG um Hinweise zur Kriegsgräberstätte auf dem Golm gebeten. Mit einer internationalen Jugendbegegnungsstätte will der Volksbund seine Jugend- und Schulprojekte verstärkt mit jungen Menschen in den Ostseeanrainerstaaten fortsetzen. Das Gymnasium in Heringsdorf beteiligt sich im Rahmen eines entsprechenden Projektes mit einer Schülergruppe an der geschichtlichen Aufarbeitung der mit dieser Kriegsgräberstätte verbundenen Fragen. Der Vorsitzende der AG besuchte diese Schülergruppe. In der vom Volksbund unter dem Titel Kriegsgräberstätte Golm. Lernort Geschichte herausgegebenen Veröffentlichung wird die seinerzeit in einer Schriftenreihe der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern erschienene Darstellung des Vorsitzenden der AG unter dem Titel Das Kreuz auf dem Golm. Kriegsgräber in politischem Besitz in überarbeiteter Fassung erneut abgedruckt.

Weitere Beratungen ergaben sich bei den Planungen zu einer Deutsch-Polnischen Gedenkstätte für Flucht, Vertreibung und Neuanfang in der Gedächtniskirche Rosow, in der Nähe eines Grenzüberganges nach Stettin. Da der Förderkreis alte Kirchen Berlin-Brandenburg - er ist korporatives Mitglied der AG - an den Beratungen beteiligt war, konnten bei dieser Gelegenheit die zum Förderkreis bestehenden Kontakte ausgebaut werden.

Auch die seit längerem bestehenden Kontakte zum Verein Dorfkirchen in Not in Mecklenburg-Vorpommern wurden weiter entwickelt. Der Verein ist nun korporatives Mitglied der AG.

Die im Sommer 2002 in der Jakobikirche in Greifswald zum Thema Dialog des Geistes - Geist und Religion im Mittelalter dargebotene Ausstellung, an deren Erarbeitung Vertreter der Arbeitsgemeinschaft beteiligt waren, wird in Berlin erneut gezeigt. Das zur Ausstellung erarbeitete Begleitheft konnte in einer zweiten, überarbeiteten Auflage erscheinen. Die vor dem Hintergrund der Ausstellung begonnenen, von Vertretern der Arbeitsgemeinschaft vorbereiteten Exkursionen zu speziellen kirchen- und frömmigkeitsgeschichtlichen Themen wurden vom Greifswalder Studentenreisebüro Grüße aus Atlantis aufgegriffen und werden weiterhin angeboten.


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I. Jahrestagungen

Die 31. Jahrestagung mit 40 Teilnehmern fand am 7. Juni 2003 unter dem Thema Erinnerungen an Bischof Otto von Bamberg in Demmin statt. Sie war mit einer Vorabbesichtigung der in der Demminer Bartholomäuskirche dargebotenen, ständigen Ausstellung zum Wirken des Bischofs Otto von Bamberg in Pommern verbunden. Zwei Vorträge schlossen sich an. Der Vorsitzende der AG gab einen Überblick über die Erinnerungen an Bischof Otto von Bamberg in Pommern. Anschließend stellte Prof. Dr. Sabine Bock die im Blick auf die Ausstellung erschienene Veröffentlichung Bischof Otto von Bamberg, Sein Wirken für Pommern vor. Mit dem zweiten Vortrag gab Dipl.-Geograph Guido Pahl einen Bericht zum Projekt. "Offene Kirchen in Vorpommern." Eine Mitgliederversammlung schloß sich an. Zu den Hinweisen auf die Demminer Tagung gehörte ein in der Zeitschrift Pommern erschienener Aufsatz Tafelbilder der Ottolegende. Missionsgeschichte Pommerns in der Vorstellung des 17. Jahrhunderts. Am Pfingstmontag, zwei Tage nach der Tagung, wurde die Ausstellung offiziell mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnete. Anschließend zeigte der Vorsitzende der AG dem Vertreter des Erzbistums Bamberg, Generalvikar Alois Albrecht, weitere an die zweite Missionsreise des Bischofs erinnernde Stätten im Peenegebiet. Die seit längerem bestehenden Kontakte zum Erzbistum Bamberg konnten vertieft werden.

Eine weitere Tagung ist für den 18. Oktober 2003 in Barth geplant. Sie steht unter dem Thema Antoniter in Mecklenburg und Pommern. Antoniusfeuer und Tönnisschweinchen. Es werden Themen zur Geschichte der Antoniter (Tempzin, Kolberg) und auch zu ihrer Bedeutung für die Medizin und Veterinärmedizin behandelt. Wiederum wird sich eine Mitgliederversammlung anschließen.

II. Veröffentlichungen

In der Reihe Beiträge zur pommerschen Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte liegt nun als Band 4 die im Thomas Helms Verlag erschienene Veröffentlichung Bischof Otto von Bamberg. Sein Wirken für Pommern vor. Dieser reich bebilderte Band besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil schildert Alois Albrecht, Generalvikar des Erzbistums Bamberg, Leben und Werk des Bischofs Otto von Bamberg an Hand der hier vollständig veröffentlichten Ottobilder der Bamberger Michaelskirche aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts und der Ottovita des Michelberger Mönches Herbord aus dem 12. Jahrhundert. Der Vorsitzende der AG beschäftigt sich im zweiten, gleichfalls mit zahlreichen Abbildungen versehenen Teil mit den Erinnerungen an Bischof Otto von Bamberg in Pommern, da auch nach der Reformation das dankbare Gedenken an den Apostel der Pommern lebendig blieb. Das von beiden Verfassern gemeinsam gezeichnete Vorwort weist die Veröffentlichung als ein Beispiel ökumenischer Zusammenarbeit aus.

Unter dem Titel Spuren der Ewigkeit - Schätze der Pommerschen Evangelischen Kirche erscheint Ende Oktober ein von der Alfred Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung geförderter Bild-Text-Band. Er wird im Auftrag der Landeskirche von KOBR i.R. Gunther Kirmis herausgegeben. Sämtliche Aufnahmen wurden vom Schweriner Verleger und Photographen Thomas Helms - Vorstandsmitglied der AG - extra für diese Veröffentlichung angefertigt. Sie bieten den aktuellen Erhaltungszustand der abgebildeten sakralen Kunstwerke. Deren Bedeutung für die Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte stellt der Vorsitzende der AG im begleitenden Text dar.

Die zahlreichen Aufsätze und Artikel zu einzelnen Themen der pommerschen Kirchengeschichte, die von Mitgliedern der AG in den unterschiedlichsten Zeitschriften und Jahrbüchern veröffentlicht wurden, können in der bereits genannten Bibliographie nachgeschlagen werden. Dort sind auch selbständige Veröffentlichungen zum Themenbereich genannt. Verwiesen sei ferner auf die Baltischen Studien, Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte, die von der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst herausgegeben werden und zugleich das Mitteilungsorgan der AG sind. An den Herbergen der Christenheit, Jahrbuch für deutsche Kirchengeschichte ist die AG als Mitherausgeber beteiligt.

Greifswald, 4. September 2003

Dr. Norbert Buske
Vorsitzender



Zum Jahresbericht 2004

Zum Jahresbericht 2001/2002



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