Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte
e.V.

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Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft für
pommersche Kirchengeschichte e.V. 2000/2001

Das Jahr 2000 gab Veranlassung, an die Gründung des ersten pommerschen Bistums in Kolberg im Jahr 1000 zu erinnern. Die Arbeitsgemeinschaft lud zu einem Festakt am 30. September 2000 in die Jacobikirche in Greifswald ein. Der Festakt wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. begangen. Den Festvortrag «Das Jahr 1000 und die Anfänge des Christentums in Pommern. Kaiser Otto III. und die kirchliche Eingliederung der ostseeslawischen Küstenländer.» hielt Professor Dr. Jürgen Petersohn. Grußworte sprachen der Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche und der Oberbürgermeister der Stadt Greifswald. In der Presse erschienen z.T. recht ausführliche Berichte über diese Veranstaltung.

Die Arbeitsgemeinschaft war ferner an einer wissenschaftlichen Tagung zum 75. Todestag des ersten Provinzialkonservators der Provinz Pommern, Hugo Lemcke, die von der Pommerschen Bibliothek, dem Nationalmuseum und Staatsarchiv Stettin sowie weiteren wissenschaftlichen, kulturellen und kirchlichen Einrichtungen am 5. Dezember in Stettin ausgerichtet wurde, mit Vorträgen beteiligt. Eine Veröffentlichung der während dieser Tagung gehaltenen Vorträge wird in Stettin vorbereitet. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft überbrachte nicht nur die Grüße der Arbeitsgemeinschaft, sondern auch die Grüße der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst sowie die Grüße der Historischen Kommission für Pommern.

Zu den weiteren Arbeitsfeldern, neben der Vorbereitung von Tagungen und Exkursionen, gehört der Bereich der kirchlichen Archive. Da das alte Stettiner Konsistorialarchiv nahezu vollständig erhalten blieb und im heutigen Stettiner Staatsarchiv aufbewahrt wird, beauftragte der Konsistorialpräsident der Landeskirche den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, Verhandlungen in Stettin zu führen, damit der Pommerschen Evangelischen Kirche die Findbehelfe in Ablichtungen vollständig zur Verfügung gestellt werden. Schließlich handelt es sich bei diesen Archivalien nicht nur um Geschichtszeugnisse, die für die historische Forschung von Interesse sind, sondern zum Teil auch um Akten, die bei aktuellen Fragestellungen herangezogen werden müssen (Bauakten für Kirchenrenovierungen, Urkunden zu den Patronatsrechten). Die Verhandlungen in Stettin gestalten sich bisher recht erfolgreich.

I. Jahrestagungen

Die 28. Jahrestagung mit 88 Teilnehmern fand vom 17. bis 20. August 2000 statt. Sie war mit einer Exkursion durch die sogenannten »hinteren Kreise« des ehemaligen Hinterpommern verbunden. Ausgangspunkt war das Schloß Varzin. Der Reichskanzler Otto v. Bismarck hatte den Besitz 1867 von dem Geld, das ihm der preußische Landtag als Dotation für den Sieg über Österreich gewährte, erworben. Heute ist in Varzin eine Forstakademie untergebracht. Das dortige Internat stand den Teilnehmern als Unterkunft, das Schloß als Tagungsort zur Verfügung.

Eröffnet wurde die Tagung mit einer Schloß- und Parkführung in Varzin. Der sich anschließende Vortrag von Herrn Haik Thomas Porada M.A. zur landes- und kirchengeschichtlichen Entwicklung des östlichen Hinterpommern bot die Grundlage für die ausgedehnte Exkursion in den folgenden Tagen. Detaillierte Hinweise zur Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte waren der Besichtigung der einzelnen Objekte vorbehalten. Besucht wurden die Kapelle in Groß Volz, Neustettin (Stadtkirche, ehemaliges Schloß, Stadtrundgang), Pollow (Kirche und Stadt), die Fachwerkkirche in Vellin, Schloß und Schloßkapelle in Krangen, die Kirche in Schmolsin, das Benediktinerinnenkloster in Zarnowitz sowie Stolp und Stettin (Stadtrundgänge). Die reiche, qualitätsvolle Ausstattung der Kirchen in Vellin, Krangen und Schmolsin aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, mit ihren Bezügen zum Kunsthandwerk in Danzig, verweist auf die kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Raums. Wichtige Hinweise zur pommerschen Landesgeschichte ergaben sich in Schmolsin, dem Witwensitz der Herzogin Anna von Croy, den Resten des damaligen Herzogsschlosses in Neustettin sowie dem Schloß in Krangen. Dieses Schloß, dessen älteste erhalten gebliebene Teile ins 17. Jahrhundert gehören, gilt als das schönste Schloß Hinterpommerns. Seit dem 15. Jahrhundert gehörte es der Familie Podewils, die um 1500 auch Haus Demmin erwarb. Beeindruckend ist die vollständig erhalten gebliebene, reich ausgestattete Grablege des 17. Jahrhunderts in einer an die Schloßkirche angefügten Grabkapelle.
Die östlichste Station bildete das Kloster Zarnowitz, dessen mittelalterliche Klosterkirche mit seiner reichen Ausstattung, vor allem aus dem 17. und 18. Jahrhundert, und Teilen des Kreuzgangs erhalten blieb. Das Kloster liegt bereits im ehemaligen Westpreußen, jenseits der damaligen pommerschen Landesgrenze. Da das Kloster vor allem im pommerschen Gebiet begütert war, gehört es auch zur pommerschen Geschichte.

Im Verlauf der Exkursion kam es zu Begegnungen mit den deutschsprachigen, evangelischen Gemeinden in Groß Volz und Stolp. Eine gemeinsame, niederdeutsch gehaltene Andacht in Groß Volz eröffnete die Exkursion, ein gemeinsamer Abendmahlsgottesdienst in Stolp bildete den Abschluß.
In Wittenberg, einer weiteren Station der Exkursion, ergaben sich intensive Gespräche mit der Vorsitzenden der deutschen Minderheit in und um Wirschutzin.
Am Tagungsort Varzin kam es zu einer Begegnung mit dem Bürgermeister der Gemeinde Hammermühle, zu der Varzin gehört, und dem Forstdirektor. Sie hatten eine Einladung zum Grillabend angenommen. In den ausführlichen Gesprächen zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Gemeinde Hammermühle und dem weiteren Ausbau von Verbindungen zu deutschen Einrichtungen bat der Bürgermeister um Mithilfe bei der Erarbeitung von Ortschroniken. Diese Hilfe wurde zugesagt.

Die Arbeitsgemeinschaft hat den vielen Gesprächspartnern herzlich zu danken. Ein besonderer Dank gilt Herrn Piotr Manka, Dozent der Forstakademie in Varzin, für die Unterstützung bei der Vorbereitung der Exkursion. An der Exkursion nahmen auch Vertreter anderer kirchengeschichtlicher Arbeitsgemeinschaften (Mecklenburg, Bayern, Berlin-Brandenburg) teil.

Die 29. Jahrestagung mit über 90 Teilnehmern fand am 18. August 2001 in Eixen statt. Pfr. i. R. Michael Reimer gab einen detaillierten Überblick über die Geschichte des unteren Recknitztales rechts des Flusses und seiner Kirchen. In einem zweiten Vortrag stellte Detlef Kirchner die Stettiner Glockengießer des 19. und 20. Jahrhunderts vor. Die sich anschließende Exkursion ins untere Recknitztal, der alten Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg, führte zu den bereits im 13. Jahrhundert errichteten Kirchen in Semlow und Tribohm sowie zu der im 19. Jahrhundert neu errichteten Kirche in Pantlitz. Deutlich wurden die Bemühungen um den Erhalt und die Pflege der bemerkenswerten Bau- und Geschichtszeugnisse dieser Region. Der mit den Sicherungsarbeiten in Semlow und Tribohm betraute Architekt gab ausführliche Erläuterungen. Die mit der Restaurierung der Wandmalereien in Semlow beschäftigte Restauratorin vermittelte einen Einblick in ihre Arbeit. Kirchenmusikdirektor Emil Handtke gab Hinweise zu den Orgeln und führte deren unterschiedlichen Klangreichtum vor.



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30. Jahrestagung: Herrenhaus in Külz

Die 30. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V. vom 15.-18. August 2002 führte nach Külz bei Naugard. Eine ausführliche Beschreibung ist in der Zeitschrift «Pommern - Zeitschrift für Kultur und Geschichte» erschienen.
Pommern
Zeitschrift für Kultur und Geschichte
Heft 3.2002
ISSN 0032-4167
Herausgeber und Vertrieb:
Pommersche Landsmannschaft - Zentralverband e.V.

II. Veröffentlichungen

In der Zeitschrift «Pommern» (H. 3,2000) wurde ein ausführlicher Bericht über die Exkursion der Arbeitsgemeinschaft in das östliche Hinterpommern veröffentlicht. Ein entsprechender Bericht über die Exkursion ins Recknitztal erschien im Heft 3, 2001 dieser Zeitschrift. Weitere Beiträge, die sich unmittelbar auf die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft beziehen, beschäftigen sich mit der Geschichte der Burg Osten, dem Barther Stammbaum der pommerschen Herzöge, einem bisher unbekannten Bugenhagenbildnis in England und dem Totentanz in Wolgast.
In der Reihe «Bilderbogen Mecklenburg-Vorpommern: Serie Vorpommern» ist ein weiterer Kirchenführer «Kirchen in Loitz» erschienen. Entsprechende Kirchenführer werden für Gützkow und für die Jacobikirche in Greifswald vorbereitet.
Als Arbeitsmaterial für den Religionsunterricht wurde ein mit Karten und Bildern versehenes Heft «Pommersche Kirchengeschichte in Daten» herausgegeben.
Die Arbeiten an den in den vergangenen Berichten genannten Veröffentlichungsvorhaben werden weiter geführt.
Ein ausführlicher Berichtsband «30 Jahre Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte» wird vorbereitet.

III. Mitgliederversammlungen, Berufungen, Beschlüsse

Auf der Mitgliederversammlung zu Beginn der Jahrestagung in Eixen gab der Vorsitzende einen ausführlichen Bericht zur Arbeit und zu den künftigen Vorhaben der Arbeitsgemeinschaft. Dargestellt wurden ferner die vielfältigen Verbindungen zu anderen Einrichtungen, die inzwischen geknüpft werden konnten. Der Bericht kann von Interessierten angefordert werden. Im Anschluß an die Aussprache über diesen Bericht faßte die Mitgliederversammlung unter anderem den folgenden Beschluß:

Die Mitgliederversammlung stellt fest, daß dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft die Vertretung der Arbeitsgemeinschaft gegenüber der Öffentlichkeit obliegt. Zu den in diesem Rahmen wahrzunehmenden Aufgaben gehört die Pflege von Kontakten zu anderen an der Arbeit interessierten Einrichtungen sowie die Verantwortung für die Herausgabe von Veröffentlichungen.

Für eine ins Auge gefaßte Änderung der Satzung der Arbeitsgemeinschaft legte Herr Professor Dr. Jürgen Regge ein Gutachten vor, das gleichfalls angefordert werden kann.
Zur Unterstützung des Vorsitzenden hat der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Herrn Haik Thomas Porada zum Geschäftsführer berufen. Eine entsprechende Mitteilung erfolgte in der Kirchenzeitung.


Angesichts der Verminderung der Pfarrstellen in der pommerschen Kirche fordert die Sicherung der Kirchenarchive besondere Aufmerksamkeit. Die Arbeitsgemeinschaft hat deshalb Herrn Haik Thomas Porada als Kurator für kirchliches Archivwesen berufen und beteiligt sich im Zusammenwirken mit dem Archiv der Landeskirche bei der Erfassung und Sicherung der Kirchenarchive. Ein hierzu schriftlich vorgelegter Bericht kann angefordert werden.

Um auch in anderen Bereichen intensiver arbeiten zu können, hat die Arbeitsgemeinschaft Herrn Privatdozent Dr. Volker Gummelt als Kurator für Kirchengeschichte der Neuzeit und Herrn Irmfried Garbe als Kurator für kirchliche Zeitgeschichte berufen.

Die enge Verbindung der Arbeitsgemeinschaft mit der Landeskirche findet unter anderem in der Satzung der Arbeitsgemeinschaft ihren Niederschlag. Danach kann die Landeskirche mit einem Vertreter an den Vorstandssitzungen teilnehmen. Diese Aufgabe hat Herr OKR Dr. Wolfgang Nixdorf bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand und seinem Fortzug aus Greifswald wahrgenommen. Der Vorsitzende hat ihm für seine Arbeit gedankt. Als Nachfolger in dieser Funktion hat die Landeskirche Herrn OKR Hans-Martin Moderow benannt.



Zum Jahresbericht 2003

Zum Jahresbericht 2001/2002



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