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Die Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e.V. erwuchs aus einem 1971 gegründeten Arbeitskreis, der seit 1981 die Bezeichnung »Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte der Evangelischen Landeskirche Greifswald«, seit 1990 »Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte der Pommerschen Evangelischen Kirche« trug. Sie organisierte sich 1995 nach den Grundsätzen eines eingetragenen Vereins, ohne die engen Bindungen zur Landeskirche aufzugeben.
In der Satzung der Arbeitsgemeinschaft werden Ziele und Aufgaben folgendermaßen beschrieben:
«Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft ist es, die pommersche Kirchengeschichte im Zusammenhang mit der Landesgeschichte zu erforschen und weiteren Kreisen bekannt zu machen. Die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft ist deshalb sowohl auf die verschiedenen Gebiete kirchlicher Wirksamkeit wie auch auf die Geschichte der Landesteile und Gemeinden, die geschichtlich mit der pommerschen Kirche in Verbindung stehen, gerichtet. Die Aufgabe umfaßt auch die Geschichte des Schulwesens, des Kirchenbaus und des kirchlichen Kunst- und Kulturgutes. Der Erfüllung der Aufgaben dienen insbesondere Vortragsveranstaltungen, Exkursionen, die Herausgabe von Veröffentlichungen sowie die Förderung und Begleitung von Forschungsvorhaben.»
Die Arbeitsgemeinschaft arbeitet eng mit der »Historischen Kommission für Pommern« sowie mit der »Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V.« zusammen, deren »Baltische Studien. Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte« seit 1996 zugleich das Mitteilungsorgan der Arbeitsgemeinschaft sind.
Die Arbeitsgemeinschaft ist Mitträger der »Herbergen der Christenheit. Jahrbuch für deutsche Kirchengeschichte«, das im Auftrag der Arbeitsgemeinschaften für Kirchengeschichte der Evangelischen Landeskirche Anhalts, der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, der Pommerschen Evangelischen Kirche, der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Sachsens, der Evangelischen Kirche der Schlesischen Oberlausitz und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen herausgegeben werden.
Die Arbeitsgemeinschaft gehört zum »Arbeitskreis für deutsche Landeskirchengeschichte«, der sich Anfang der 1990er Jahre herausgebildet hat.
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Die Arbeitsgemeinschaft konnte an die Tätigkeit der »Landesgruppe Pommern der Luthergesellschaft« anknüpfen, die seit 1928 »Blätter für Kirchengeschichte Pommerns« herausgegeben hatte. Während des Zweiten Weltkrieges mußte die Zeitschrift ihr Erscheinen einstellen. Nach dem Krieg hatte ihr letzter Herausgeber, Hellmuth Heyden (1893-1972), die kirchengeschichtliche Arbeit mit zahlreichen Aufsätzen in der Wochenzeitung »Die Kirche«, einer kirchlichen Zeitung, die für Bereiche der Evangelischen Kirche der Union in der DDR erscheinen durfte, sowie mit grundlegenden, zumeist in Westdeutschland erschienenen Veröffentlichungen fortgeführt.
Die Grenzziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Wirkungsmöglichkeiten der zur »Altpreußischen Union« gehörenden evangelischen Kirche in der Provinz Pommern auf Vorpommern, den Deutschland verbliebenen Teil Pommerns, beschränkt. Vor dem Hintergrund der Auflösung des Staates Preußen durch die Siegermächte kam es auch zu einer Umgestaltung der preußischen Landeskirche. Die Provinzialkirchen konstituierten sich als selbständige Landeskirchen innerhalb der »Evangelischen Kirche der Union«. Im Jahr 1950 gab sich die pommersche Kirche eine eigene Kirchenordnung.
Nachdem die sowjetische Militäradministration 1947 den Gebrauch der Bezeichnung »Vorpommern« verboten hatte und die Partei- und Staatsführung der DDR alle Hinweise auf Pommern gezielt zu verdrängen begann, war die pommersche Kirche die einzige Institution innerhalb der DDR, die durch ihren Namen an Pommern erinnerte. Um nicht weitere Wirkungsmöglichkeiten einzubüßen, mußte die pommersche Kirche 1968 den Hinweis auf ihre geschichtliche Herkunft aus ihrem Namen tilgen. Sie nannte sich nach dem Sitz der obersten Kirchenbehörde, des Konsistoriums, »Evangelische Landeskirche Greifswald«. Nach dem Zusammenbruch der DDR nahm sie 1990 den 1950 gewählten Namen »Pommersche Evangelische Kirche« wieder an. Trotz aller Einschränkungen und Behinderungen in der Zeit vor 1989 versuchte die pommersche Kirche nicht nur das Wissen um die eigene Geschichte, sondern auch das Wissen um die Geschichte der deutschen Kulturlandschaft Pommern wachzuhalten und zu pflegen.
Dieser Aufgaben nahm sich die Arbeitsgemeinschaft Kirchengeschichte an. Sie übernahm damit stellvertretend Aufgaben einer pommerschen Geschichtsgesellschaft und einer Historischen Kommission für Pommern, da diese Einrichtungen im Bereich der DDR nicht wirksam werden konnten. Im Rahmen persönlicher Kontakte wurden allerdings Verbindungen zu diesen Einrichtungen, die nach dem Kriege in Westdeutschland ihre Arbeit fortgesetzt hatten, aufgenommen. Weitere Verbindungen ergaben sich in den 1980er Jahren nach Dänemark und Schweden.
Für einen wachsenden Kreis Interessierter wurden Jahrestagungen durchgeführt und Exkursionen organisiert, die seit 1987 auch auf die hinterpommerschen Gebiete ausgedehnt werden konnten. Dabei beschränkte sich die Arbeitsgemeinschaft nicht auf kirchengeschichtliche Fragen und Kirchenbesichtigungen, sondern hatte stets die pommersche Geschichte in ihrer Gesamtheit im Blick. Im Laufe der Zeit gewannen die Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft einen öffentlichen Charakter. Veröffentlichungen - anfangs im Namen der Landeskirche - konnte die Arbeitsgemeinschaft erst seit dem Ende der 1970er Jahre herausgeben, nachdem langwierige Bemühungen um Papierkontingente und Druckgenehmigungen zum Erfolg geführt hatten.
Zur Vorbereitung der Wiedervereinigung Deutschlands beteiligten sich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bereits seit Dezember 1989 mit Anregungen und Vorschlägen zur Länderbildung an der allgemeinen politischen Diskussion. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft halfen im Sommer 1990, eine Zersplitterung der an der pommerschen Geschichte Interessierten zu verhindern. Die Arbeitsgemeinschaft arbeitet seitdem eng mit der »Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V.« zusammen. Eine entsprechende Zusammenarbeit entwickelte sich mit der »Historischen Kommission für Pommern«.
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